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Nach Müller Brot

Weitere Großbäckerei muss Produktion wegen Hygienemängeln stoppen

Nach Müller-Brot hat eine weitere Großbäckerei in Bayern ihre Produktion wegen Hygienemängeln einstellen müssen. Lebensmittelkontrolleure stellten beim Unternehmen Biendl und Weber im Landkreis Regensburg Schimmelbefall, Spinnweben und Verkrustungen an Geräten und Öfen fest; im Keller lagen tote Mäuse.

Von Uli Scherr und Till Erdtracht

Im Hygiene-Skandal um Müller-Brot verteidigte derweil Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) die Behörden. Die oberbayerische Großbäckerei will nach zweieinhalb Wochen Zwangspause am (morgigen) Freitag den Betrieb wieder aufnehmen.

Die Lebensmittelüberwachung hatte nach einer Kontrolle am Dienstag einen Stopp von Produktion und Warenauslieferung bei Biendl und Weber verfügt, wie der Regensburger Landrat Herbert Mirbeth (CSU) am Donnerstag sagte. Der Betrieb aus Donaustauf war ihm zufolge schon früher auffällig. Erstmals waren 2009 Hygienemängel festgestellt worden. Die Kreisbehörde verhängte dreimal Bußgelder in einer Gesamthöhe von 6.200 Euro.

Eine Gesundheitsgefährdung für die Kundschaft habe nicht bestanden, sagte der zuständige Leiter der Lebensmittelüberwachung, Pio Baur. Die vorübergehende Schließung des Betriebs mit 65 Mitarbeitern sei aber nötig gewesen, um eine gründliche Reinigung zu ermöglichen.

Der Inhaber des Betriebs, Ulrich Weber, räumte die Verfehlungen ein. Er habe umgehend externe Experten und einen Kammerjäger mit der Reinigung des Betriebs beauftragt. Die Bäckerei besteht seit 70 Jahren. Derzeit unterhält der Betrieb nach eigenen Angaben in der Region Regensburg 18 Filialen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund zwei Millionen Euro.

Bei Müller-Brot muss alles "picobello" sein

Wegen Dreck und Schädlingen muss seit über zwei Wochen die Großbäckerei Müller-Brot aus Neufahrn die Produktion ruhen lassen. Gesundheitsminister Huber stellte klar, dass eine Wiederaufnahme des Betriebs am Freitag nur erlaubt werde, wenn alles "picobello" sei und ein nachhaltiges Hygienekonzept vorliege.

Im Gesundheitsausschuss des Landtags sagte Huber, es habe "kein Kontrolldefizit der Behörden" gegeben, vielmehr habe sich das Unternehmen "verantwortungslos" verhalten. Da keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bestanden habe, sei die Öffentlichkeit nicht früher informiert worden. Dem Fortbestand des Betriebs sei nach sorgfältiger Abwägung Priorität eingeräumt worden.

Aus Sicht der Opposition hätten die Behörden viel früher die Notbremse ziehen und die Bürger über die Verhältnisse informieren müssen. Der Grünen-Abgeordnete Christian Magerl sagte: "Müller-Brot hat die Behörden über Jahre hinweg am Nasenring durch die Backstraßen geführt." Die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar beklagte: "Nur einer wusste nicht Bescheid. Das war der Verbraucher, der die Brezen und Semmeln gegessen hat."

Aldi verzichtet auf Müller-Brot-Produkte

Unterdessen verzichtet nach dem Discounter Lidl auch Aldi auf Waren von Müller-Brot. Bis auf weiteres sei der Verkauf von Produkten der Großbäckerei eingestellt, bestätigte Aldi der "Süddeutschen Zeitung". Nach Angaben des Grünen-Abgeordneten Magerl wird das Schicksal von Müller-Brot laut Insidern der Branche inzwischen als offen eingeschätzt. Bei dem Unternehmen sind rund 1.300 Mitarbeiter beschäftigt.

(dapd )


 


 

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