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Niedersachsen

Ministerin Grotelüschen tritt zurück - McAllister bestimmt Lindemann als Nachfolger

Bereits seit dem Donnerstag war in der Presse der bevorstehende Rücktritt von Niedersachsens Landwirtschafts- und verbraucherschutzministerin Astrid Grotelüschen (CDU) kolpotiert worden. Am Freitag gab Ministerpräsident David McAllister (CDU) schließlich den Nachfolger offiziell bekannt. Auch dessen Name ist seit Donnerstag bereits bekannt: Staatssekretär a.D. Gert Lindemann.

Auf ein nur kurzes Gastspiel als Ministerin blickt Ministerin a.D. Astrid Grotelüschen zurück. Dabei hatte nach der Umstellung des Wulff-Kabinetts im April 2010 mit einer umgebauten Minister-Riege alles so hoffnungsvoll angefangen. Während Minister, wie der Oldenburger Lutz Stratmann das Kabinett verlassen mussten, rückte Grotelüschen in das Amt ein. Völlig unerwartet zog der damalige Ministerpräsident dann nur wenige Monate später von der Staatskanzlei in Hannover ins Berliner Schloss Bellevue. McAllister übernahm in Niedersachsen das Ruder.

Tierschützer: Eigenes Internetangebot für Grotelüschen

Eigentlich brachte die aus Ahlhorn stammende dreifache Mutter beste Voraussetzungen für das Amt mit, da sie wie ihr Vorgänger Hans-Heinrich Ehlen aus der Landwirtschaft kam. Ehlen war zuvor aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt ausgeschieden.  Allerdings wurde die Ministerin in ihrer kurzen Amtszeit immer wieder mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Grotelüschen war insbesondere der Tierrechtsorganisation Peta in ihrer Doppelfunktion als Angehörige der Agrarindustrie und als Verbarucherschutzministerin erkennbar ein Dorn im Auge. Gegen sie schalteten die Tierschützer sogar ein eigenes Internetangebot. Nach der Veröffentlichung eines Tierschützer-Videos aus einer zum Grotelüschen-Betrieb gehörenden Putenfarm, geriet die Ministerin das erste Mal unter Druck. Wenig später brannte auf dem Hof des Ehemanns eine Papiertonne. Grotelüschen gab sich öffentlich entrüstet. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hielt sich in der Folge allerdings mit Aussagen zurück. Bis heute ist unklar, ob die Tonne absichtlich in Brand gesteckt wurde und von wem. Letztlich blieb nur die Erkenntnis, dass Grotelüschen immer mehr in das Blickfeld von Militanten oder Durchgeknallten gerückt ist. Auch auf die Familie der Ministerin nahm aufgrund der Berichterstattung der öffentliche Druck zu.

Gegenüber der Presse verhielten sich die Mitarbeiter der Ministerin zudemd recht ungeschickt: Mäster, die mit Dementis das von Peta veröffentlcihte Tierschützer-Video entkräften sollten, unterschrieben vorgefertigte Schreiben, die zuvor offensichtlich per Fax aus dem Büro Grotelüschen an sie versandt worden waren. Dessen standort: der Hof der familie Grotelüschen in Ahlhorn.

Parallel zu NDR-Recherchen, wonach die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen einen Schlachthof in Wildeshausen ermittelt, an dem das mittelständische Unternehmen der Grotelüschens als Kommanditist und Gesellschafter beteiligt ist, erhoben Tierschützer zuletzt neue Vorwürfe gegen Grotelüschens Ehemann. Im Schlachthof sollen zudem Beschäftigte aus Osteuropa zu Dumpinglöhnen beschäftigt worden sein.. In den vergangenen Wochen griff darüber hinaus die Opposition McAllister und seine Ministerin immer wieder öffentlich an, sodass auch die Medien zuletzt von einem "Klotz am Bein" für den Ministerpräsidenten berichteten.  Am Freitag, den 17. Dezember 2010, dann der Rüktritt vom Amt als Ministerin.

McAllister präsentiert Nachfolger

McAllister präsentierte am Freitag daraufhin Staatssekretär a.D. Gert Lindemann (CDU) als Na chfolger.  Sein Name war bereits Tags zuvor bekannt geworden. Der Beamte ist seit Januar 2010 ohne leitungsfunktion, nachdem er nach 5-jähriger Tätigkeit als Staatssekretär im Januar 2010 aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium ausgeschieden ist.

Der 64-Jährige Jurist war u.a. Persönlicher Referent des früheren Landwirtschaftsministers Gerd Glup und als Agrarreferent bei der Vertretung des Landes Niedersachsen in Bonn tätig. Später übernahm er  Aufgaben als Referats- und Abteilungsleiter und war von 2003 bis 2005 als Staatssekretär im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Lindemann ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder. Er lebt in Hohenhameln (Landkreis Peine).

Landesparlament entscheidet am 19. Januar 2011

Bei der nächsten Sitzung des Landtages am 19. Januar 2011, wird der neue Ministers auf Vorschlag von Ministerpräsident David McAllister gewählt und vereidigt.

(Onur Yamac)


 


 

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