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Strompreis

Energieversorger EWE überrascht mit sattem Aufschlag von 14 Prozent

Es ist schon verblüffend, wie unterschiedlich sich die Strompreise entwickeln. Beispiel: die Oldenburger EWE, immerhin Deutschlands fünftgrößter Versorger: Das Unternehmen erhöht fast um satte 14 Prozent. Rheinenergie aus Köln senkt dagegen die Preise um rund fünf Prozent.

Während der Preis in der Grundversorgung pro Kilowattstunde bei EWE von 20,47 Cent auf 23,09 Cent und der monatliche Grundpreis von 4,58 Euro auf 5,95 Euro steigt, sinkt zum 1. Januar 2010 der Preis bei Rheinenergie von 21,30 auf, 20,17 Cent. Der monatliche Grundpreis beträgt dort 6,77 Euro. Aber auch bei EnBW und Vattenfall wird an der Preisschraube gedreht. 

Über hundert Euro mehr pro Jahr

Im Durchschnitt erhöhen die Stromversorger nach Angaben des Branchendienstes Verivox um 5 Prozent. Die neuerlichen Preissteigerungen bedeuten für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4.000 kWh pro Jahr eine Mehrbelastung von 46 Euro. Bei EWE sogar deutlich  mehr: dort rechnet man vor, dass ein Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh im Monat 9 Euro mehr zahlen muss. Das macht alleine schon bei der geringeren Berechnungsgrundlage 108 Euro mehr im Jahr. Damit setzt sich ein nun zehnjähriger Trend fort: Seit dem Jahr 2000 sind die Strompreise für Privatkunden deutschlandweit jedes Jahr gestiegen – trotz Wettbewerbs auf dem Strommarkt.

Viele Stadtwerke erhöhen nicht

Etliche Stadtwerke wiederum lassen einfach alles so, wie es ist. Glück, Ärger und Gelassenheit liegen dicht beeinander. Nannten die Energieversorger in der Vergangenheit oft die Beschaffungskosten als Grund für steigende Preise, sollen es diesmal vor allem höhere Kosten für die Einspeisung von Regenerativen Energien wie Windkraft sein. Umweltverbände weisen dies aber zurück und machen beispielsweise bei Vattenfall die durch die stillstehenden Atommeiler in Brunsbüttel und Krümmel entgangenen Gewinne dafür verantwortlich. 

Erneuerbare Energien Ursache?

Der Anteil von Strom aus regenerativen Energiequellen macht bei EWE aber gerade einmal 21,6 Prozent (Fossil: 38 Prozent, Nuklear: 40,4 Prozent) aus. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 15 Prozent stehen die Oldenburger in diesem Bereich dennoch besser da. Beim Stromversorger Rheinenergie beträgt der Anteil von Regenerativen Energien allerdings 22,6 Prozent (Fossil: 60,9 Prozent, Nuklear: 16,5 Prozent). Vattenfall hingegen kann nur einen Anteil 17,4 Prozent an Erneuerbaren Energien vorweisen.

„In dem Strom, den EWE ab 2010 an Privathaushalte verkauft, stecken auch Stromteilmengen, die EWE zu hohen Handelspreisen im Jahr 2008 eingekauft hat." (EWE-Sprecher Christian Haferkamp)

Als Gründe für die Preiserhöhungen werden von den Stromanbitern entweder gestiegenen Beschaffungskosten oder die erhöhten Kosten im Rahmen des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) angegeben. Die Energieversorger wiederum verweisen darauf, dass sie ihren Strom in der Regel für mehrere Jahre im Voraus einkaufen. „Strom, den wir heute an Privatkunden verkaufen, haben wir – wie viele andere Energieversorger auch – zum Teil weit im Voraus eingekauft“, sagt EWE-Sprecher Christian Haferkamp. „In dem Strom, den EWE ab 2010 an Privathaushalte verkauft, stecken auch Stromteilmengen, die EWE zu hohen Handelspreisen im Jahr 2008 eingekauft hat“ erklärt er. 

Die Stromkunden werden vergleichen

Versorger, die besonders kräftig an der Preisschraube drehen, geraten dennoch in Erklärungsnot: Warum eigentlich können Konkurrenten einen klar besseren Tarif anbieten? Es stimmt ja, dass höhere Strompreise auch auf das Konto des Staates gehen, der Steuern festsetzt und den Markt reguliert. Mindestens so wichtig ist aber die Preispolitik der Unternehmen. Und die hängt entscheidend davon ab, zu welchen Konditionen Strom eingekauft wird. Zweifel bleiben, ob bei EWE tatsächlich alleine die Erneuerbare Energien - die richtig und wichtig sind - die alleinige Ursache für die Preissteigerungen sind. Die Stromkunden werden vergleichen.

(Redaktion / ots / WAZ)


 


 

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