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BDI

Wirtschaft erwartet Export-Rückgang

Die Eurokrise bremst das Wachstum der deutschen Exporte. Angesichts rückläufiger Auslandsaufträge rechnet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im vierten Quartal mit einem erstmaligen Exportrückgang seit dem Frühjahr 2009. Für das laufende Jahr geht der Verband aufgrund des kräftigen Exportwachstums bis zum Ende des dritten Quartals von einem Wachstum in Höhe von rund zehn Prozent aus, wie er am Sonntag in Berlin mitteilte.

Von Michael Wojtek

"Die Konjunkturaussichten trüben sich weltweit ein. Unabhängig davon wird die Wachstumsschwäche im Euroraum die deutsche Exportdynamik spürbar beeinflussen", sagte Stefan Mair, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Nachfrage aus den Ländern der Eurozone sinkt

Zuletzt hat die Nachfrage aus dem EU-Raum wegen der Eurokrise nachgelassen. Die deutschen Ausfuhren in die 17 Euroländer sind dem BDI zufolge im dritten Quartal um rund fünf Prozent gesunken, in die europäischen Länder um rund drei Prozent. Die Exporte in außereuropäische Länder habe die deutsche Industrie hingegen mit rund sieben Prozent deutlich gesteigert.

Für das kommende Jahr rechnet der BDI aufgrund der weltwirtschaftlich gestiegenen Risiken mit einem deutlich schwächeren Wachstum der Exporte als 2011. Dazu zählen unter anderem die zu erwartende weitere Schwächung der Nachfrage in den Euroländern, eine mögliche Drosselung des Wachstums in China und anderen Ländern Asiens sowie die weiterhin fehlende Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft.

VW rechnet mir mehr Mitarbeitern

Auf die deutsche Automobilindustrie haben die Konjunkturängste offenbar noch nicht durchgeschlagen. Führende Autohersteller erwarten einen Anstieg der Beschäftigung auch im kommenden Jahr. VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn sagte der Zeitung "Bild am Sonntag" auf die Frage, ob sein Unternehmen Ende 2012 mehr oder weniger Mitarbeiter als heute haben werde: "Eher mehr. Vielleicht rund 500.000." Derzeit hat VW gut 449.000 Mitarbeiter weltweit.

Porsche-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller rechnet mit zehn Prozent mehr Personal. Derzeit hat das Unternehmen rund 12.200 Beschäftigte. Audi-Chef Rupert Stadler erwartet ein langfristiges Wachstum um 10.000 Mitarbeiter bis zum Jahr 2020.

Autozulieferer Bosch erwartet sinkende Nachfrage

Etwas vorsichtiger äußerte sich BMW-Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer. Er sagte lediglich, die Mitarbeiterzahl hänge von der künftigen Entwicklung ab. Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche verwies auf 10.000 Neueinstellungen in 2011, kündigte aber keine weitere Personaloffensive an.

Hingegen rechnet der Vorsitzende der Geschäftsführung des weltgrößten Autozulieferers Bosch, Franz Fehrenbach, wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der Schuldenkrise in der Europäischen Union mit einer Rezession. "Das Chaos ist größer geworden und damit auch die Krise. Inzwischen befürchte ich daher, dass die Krisenstimmung die Nachfrage beeinträchtigt", sagte Fehrenbach der "Welt am Sonntag".

(dapd )


 


 

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