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Unternehmen in der Bredouille

Viele Firmen ignorieren EU-Verbot von Legebatterien

Kurz vor Ostern plagt eine Knappheit von Hühnereiern Nahrungsmittelhersteller in ganz Europa. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Großbäckereien, Armin Juncker, sagte der Nachrichtenagentur dapd: "Für einen Teil unserer Mitglieder sind die Versorgungsengpässe ein großes Problem."

Von Olaf Jahn

Als Konsequenz würden beispielsweise einige Fertigkuchen-Hersteller bereits überlegen, ihre Sortimente oder Rezepte so zu verändern, dass ein geringerer Ei-Anteil gebraucht wird.

Der Verband der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen (VTH) hatte die Entwicklung angesichts "drastisch erhöhter Eierpreise" in einer Pressemitteilung bereits am Dienstag als "dramatisch" bezeichnet. Teilweise könnten die Hersteller bestehende Kontrakte nicht mehr bedienen. Und ein Ende der Preissteigerungen sei nicht abzusehen.

Fachverbände wollen sich jetzt an die EU-Kommission wenden

Hintergrund ist eine seit dem 1. Januar 2012 geltende EU-Verordnung, nach der es verboten ist, Legehennen in herkömmlichen Käfiganlagen zu halten. Die politische Entscheidung dazu fiel bereits 1999. Deutschland schaffte die sogenannte konventionelle Legehennenhaltung im Jahr 2010 schon vorzeitig ab. In 13 anderen EU-Staaten dagegen wird die Vorgabe nach EU-Erkenntnissen zumindest teilweise noch immer missachtet. Rund 46 Millionen Hennen sollen dort in Käfigbatterien leben. Ihre Eier dürfen nicht vermarktet werden und fehlen auf dem Markt. Als Konsequenz sind die Preise dramatisch gestiegen.

Angesichts dieser Lage haben Fachverbände von Großbäckereien aus mehreren europäischen Staaten während einer Telefonkonferenz am Dienstag beschlossen, sich an die EU-Kommission zu wenden. "Wir wollen klären, ob die EU den noch hinterherhinkenden Betrieben Hilfestellung für eine schnellere Umrüstung geben kann", berichtete Juncker. Andernfalls sei eine schnelle Entspannung auf dem Markt nicht zu erwarten.

In Supermärkten bisher offenbar keine Preissteigerungen

Laut Eiernotierung an der Warenbörse Köln sind etwa die Preise für 360er Kartons der Güteklasse M (aus Kleingruppenhaltung) allein in den vergangene zwei Monaten um rund 40 Prozent gestiegen: von durchschnittlich 9,05 Euro Anfang Januar auf 12,53 Euro (2. März). Je nach Art der Eier sind die Preissprünge noch deutlicher. Der VTH schrieb in seiner Pressemitteilung vom Dienstag, dass sich die Preise für Eier in den "letzten Monaten mehr als verdoppelt" hätten.

In Supermärkten sind diese Steigerungen bisher offenbar kaum angekommen. Fachleute gehen davon aus, dass langfristige Lieferverträge für diese weitgehende Stabilität sorgen. Und kleine Bäckereien, so vermutet Juncker, versorgen sich derzeit verstärkt über den Einzelhandel mit Eiern und entgehen dadurch einer Knappheit. So heißt es beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks zwar: "Ja, wir haben eine starke Erhöhung der Eierpreise zur Kenntnis genommen." Aber: Klagen von Mitgliedsfirmen habe es bisher nicht gegeben.

(dapd )


 


 

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1 Kommentar

von Antonietta
16.03.12 11:26 Uhr
Egal ob Käfig- oder Bioeier:

am Anfang sind die Küken, und nur die weiblichen müssen ihr kümmerliches Dasein als Legehennen fristen. Die männlichen werden, da es für die Fleischproduktion spezielle Züchtungen gibt, nicht mehr gebraucht, aussortiert und vergast oder vermust. 45 Millionen jedes Jahr alleine in Deutschland.

 

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