Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit im Februar auf 21-Jahres-Tief

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter unbeeindruckt von der schwächelnden Konjunktur im Euroraum. Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen wegen des ungewöhnlich kalten Februars etwas stärker als erwartet. Sie liegt damit aber dennoch auf dem niedrigsten Februar-Wert seit 1991, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte.

Von Brigitte Caspary

Demnach nahm die Zahl der Menschen auf Jobsuche im Vergleich zum Vormonat um 26.000 auf 3,11 Millionen zu, die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 7,4 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um etwa 10.000 gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang der Arbeitslosenzahl um 203.000.

"Der Arbeitsmarkt im Februar zeigt sich robust, unbeeindruckt von der konjunkturellen Schwächephase im Jahreswechsel 2011 auf 2012", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl sei allein jahreszeitlich bedingt. Saisonbereinigt ergab sich keine Veränderung.

Mehr sozialversicherungspflichtige Jobs

Unbeeindruckt von der stockenden Konjunktur zeigt sich laut Weise auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Sie stieg nach BA-Hochrechnungen für Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 718.000 auf 28,75 Millionen. Beschäftigung sei in allen Bundesländern und fast allen Branchen aufgebaut worden, vor allem im verarbeitenden Gewerbe, den wirtschaftlichen Dienstleistungen (Anwälte, Versicherungen) und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Deutschland lag laut Statistischem Bundesamt im Januar bei 41,06 Millionen. Das waren 577.000 mehr als vor einem Jahr und 353.000 weniger als im Dezember.

In der Arbeitslosenversicherung nahm die Zahl der gemeldeten Jobsuchenden von Januar auf Februar um 18.000 auf 1,028 Millionen zu. Davon erhielten 975.000 Arbeitslosengeld I. Im Bereich Hartz IV ergab sich ein Zuwachs der Empfängerzahl um 28.000 auf 4,5 Millionen. Arbeitslos gemeldet waren davon 2,082 Millionen und damit 8.000 mehr als im Januar.

Die Zahl der Unterbeschäftigten - dazu gehören unter anderem Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Programmen oder beruflichen Eingliederungsmaßnahmen - lag mit 4,15 Millionen um 420.000 unter dem Vorjahr.

Von der Leyen bezeichnet Arbeitsmarkt als grundsolide

Die Bundesagentur ist zuversichtlich, dass der Arbeitsmarkt den konjunkturellen Schwächen im Euroraum noch weiter trotzen kann. "Gefühlt sind die Risiken da. Aber wir erkennen keine belegbaren, nachvollziehbaren Anzeichen für eine Verschlechterung", sagte Weise. Es sei gleichwohl nicht auszuschließen, dass sich die Lage dennoch auch in Deutschland verschlimmere.

Aktuell geht die Behörde nach wie vor davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt bei unter drei Millionen liegen wird und diese Marke schon im März wieder nach unten durchbrochen werden könnte.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bezeichnete den Arbeitsmarkt als "grundsolide". Er sei trotz Krise im Euroraum aufnahmefähig wie selten, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler erklärte, der Arbeitsmarkt erweise sich einmal mehr als wichtiger Stabilitätspfeiler. Es sei davon auszugehen, dass sich die Lage mit der erwarteten Frühjahrsbelebung weiter verbessern werde, fügte der FDP-Chef hinzu.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, kritisierte, dass es einerseits Engpässe bei den Fachkräften gebe, andererseits aber viele Menschen in unsicheren und schlecht bezahlten Jobs arbeiten müssten. "Deshalb brauchen wir eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, die insbesondere Missbrauch bei Leiharbeit, Werkverträgen und Minijobs verhindert", forderte er.

Kritik kam auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). "Es ist Zeit, die Leiharbeit endlich an die kurze Leine zu nehmen und die Beschäftigten dieser Branche nicht länger mit Armutslöhnen abzuspeisen", forderte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki. Auch wenn der Arbeitsmarkt im Februar vergleichsweise robust gewesen sei, so hätten viele trotz Arbeit weder ausreichend Planungssicherheit noch das nötige Einkommen, um die Binnennachfrage stärker anzukurbeln.

(dapd )


 


 

Arbeitsmarkt
Arbeitslosen
Februar
Beschäftigten
Euroraum
Januar
Vorjahr
Vergleich

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Arbeitsmarkt" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: