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Fernbusse

Die Gewinner des Bahnstreiks

Fernbusse profitieren deutlich vom Bahnstreik: Dreimal mehr Tickets bei höheren Preisen verkauft

Die Gewinner des Bahnstreiks vergangener Woche sind die deutschen Fernbus-Anbieter. Während der Streiktage konnten sich die Anbieter über 3,5 mal mehr Umsatz freuen und mehr als dreimal so viele Fahrkarten verkaufen wie im Vergleichszeitraum. Aufgrund der deutlich gestiegenen Nachfrage erhöhten sich die Ticketpreise um durchschnittlich 18 Prozent. Trotz der Insolvenz von DeinBus.de und der Ankündigung, dass die Deutsche Post den Postbus in Zukunft ohne den ADAC fortführen wird, erwartet die Branche zusätzliches Wachstum – nicht zuletzt aufgrund langfristiger Auswirkungen des Bahnstreiks.

„Neben den zusätzlichen Buchungen während des Streiks erwarten die Anbieter auch langfristigen Zuwachs durch Kunden, die positive Erfahrungen gemacht haben oder aufgrund des Bahnstreiks erstmals die Fernbusse nutzten. Dies dürfte das bisherige starke Marktwachstum weiter unterstützen. Davon konnten in den vergangenen Monaten vor allem MeinFernbus, Flixbus und Postbus profitieren. Gerade die beiden letztgenannten gewannen deutlich an Marktanteil,“ so Andreas Oswald von Fernbuss.de.

Vergleicht man schließlich die Streikpreise der sechs führenden Anbieter untereinander, zeigen sich weitere Unterschiede: Während die gelben Busse von ADAC Postbus mit ihren Preisen im Mittel der Anbieter lagen, kosteten die grünen MeinFernbusse 10 Prozent mehr als der Durchschnitt. Die IC Busse der Bahn waren sogar 26 Prozent teurer. Günstige Tickets gab es vor allem von FlixBus, aber auch von Berlin Linien Bus, die beide etwa 10 Prozent unter den Durchschnittspreisen lagen. Die günstigsten Tickets waren im Warenkorb von DeinBus.de mit einem Wert von mehr als 22 Prozent unter dem Durchschnitt zu finden. Bei DeinBus.de sind diese niedrigeren Preise auch auf die verhältnismäßig kurzen Strecken zurückzuführen.

Dabei war die Verteuerung der Tickets durch die erhöhte Nachfrage bedingt. Während Fahrkarten online normalerweise sehr günstig in verschiedenen Preiskategorien angeboten werden, führte die hohe Auslastung der Busse dazu, dass oft nur noch Fahrkarten zum deutlich höheren Normalpreis zur Verfügung standen. Grund dafür ist bei den meisten Anbietern ein Yield-Management, das ähnlich wie bei Billigfluggesellschaften reagiert: Sind die Kontingente der Online-Sonderpreise aufgebraucht, sind nur noch Buchungen zum Normalpreis möglich. Beim im Vergleichszeitraum günstigsten Anbieter FlixBus war während des Bahnstreiks eine Preissteigerung von 13 Prozent zu verzeichnen. Fahrkarten des Marktführers MeinFernbus verteuerten sich im Schnitt um rund 22 Prozent. Bei ADAC Postbus mussten die Kunden fast 28 Prozent mehr für ihre Fahrt zahlen. Noch deutlicher war die Preissteigerung bei Berlin Linien Bus mit durchschnittlich knapp 35 Prozent – allerdings ist dieser Wert vor allem darauf zurückzuführen, dass besonders günstige Sonderkontingente auf beliebten Strecken wie Hamburg-Berlin schnell ausverkauft waren und dann nur noch Normaltickets zu einem mehr als doppelt so teuren Preis angeboten worden sind. Dabei blieben die meisten Ticketpreise trotz der Verteuerungen im Bereich von 20 Euro. Daneben stockten einzelnen Unternehmen ihr Angebot während des Bahnstreiks deutlich auf und reagierten auf die hohe Nachfrage mit zusätzlichen Bussen.

Als die GDL am Dienstag ihren Streik ankündigte, entschieden sich viele Bahnfahrer für den Fernbus als einfache und preiswerte Alternative. So verzeichnete auch das unabhängige Vergleichsportal Fernbusse.de einen deutlichen Zuwachs an Besuchern. In einer Studie stellt nun die Fernbus- Suchmaschine die Buchungsdaten während des Bahnstreiks von Mittwoch, den 5. November, bis Samstag, den 8. November, den Zahlen der Vorwoche gegenüber. Das Ergebnis zeigt: Fernbus- Anbieter konnten dreimal mehr Tickets verkaufen und sich über einen mehr als 3,5 mal höheren Umsatz freuen. Dieses Umsatzplus hängt auch mit einer Steigerung des durchschnittlichen Ticketpreises um 18 Prozent zusammen.

(Redaktion)


 


 

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