Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Wilhelmshaven-Oldenburg

Fertigstellung der Hinterlandanbindung für Jade-Weser-Port in Rekordzeit?

"Jetzt geht´s los!" müssen sich wohl die Verantortlichen in Hannover und Berlin gedacht haben. Im Nachgang zum gestrigen Spatenstich für die Schienenanbindung des Jade-Weser-Port wollten alle Beteiligten nochmals Handlungsstärke beweisen. Allerdings war das gestrige, 11 Kilometer lange, Teilstück nur ein Bruchteil dessen, was noch auf der Tagesordnung steht.

Der zweigleisige Ausbau der Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven bis zum Jahr 2012 soll ab sofort oberste Priorität haben, erklärten heute einvernehmlich Ministerpräsident Wulff und DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube. Doch einen Moment mal - sprach Wirtschaftsminister Rösler gestern nicht von "wenigstens Zweigleisigkeit"? Insofern waren die heutigen Beteuerungen nichts mehr, als das Zugeständnis, dass man zum Start des Tiefwasserhafens wenigstens die Minimalllösung realisiert bekommt. Das Mindeste. Doch selbst dafür sind noch Hürden zu nehmen: offenbar ist noch nicht einmal ein formales Planfeststellungverfahren durchgeführt worden. Und die heutigen Worte des Ministerpräsidenten lassen vermuten, dass selbst die Finanzierung noch kurzfristig aus dem Ärmel geschüttelt werden musste - für die Minimallösung wohlgemerkt.

Hoffen darauf, dass der Nordwesten an einem Strang zieht

Deshalb ist man neben der Unterstützung durch das Eisenbahn-Bundesamt  auch auf die Hilfe der Landesbehörden und der Kommunen entlang der Strecke angewiesen. Ein schwieriges Terrain, da die Kommunen in erster Linie auf eins pochen werden: Lärmschutz für ihre Bürger. Der kostet und deshalb kommen die Kommunen nun in eine Situation, in der sie vom Bittsteller zum Baubeschleunigern aufsteigen, sich also durchaus Forderungen erlauben können. Nicht auszudenken ist aber, was passiert, wenn noch Feldhamster-Kolonien oder andere Unvorhersehbarkeiten den Planern einen Strich durch die Rechnung machen. Doch die Schienenanbindung zum Jade-Weser-Port  - daran führt kein Weg vorbei - muss her. In einem ersten Schritt will das Land deshalb einen speziellen Arbeitskreis einrichten, durch den alle Kommunen und Behörden kurzfristig über den Stand der Planungen informiert werden sollen. Ob dies aber auch eine Beteiligung der Kommunen mit beinhaltet, blieb heute unklar. Letztlich ist ohne das absolute Wohlwollen der Kommunen kaum mit einem zeitnahen Baubeginn zu rechnen. Auch stellt sich die Frage, warum ein Tiefwasserhafen gebaut wird und allen Beteiligten erst im letzten Moment einfällt, dass man Bund, Landesbehörden und die Kommunen mal über den Stand den Planungen für die Hinterlandanbindung informieren müsste. Man mag sich nicht ausmalen, wie die Verantwortlichen im Vorfeld vorgegangen sind.

Bis 2010 zunächst "symbolischer" Ausbau

Bis Ende 2010 wird nun zunächst "symbolisch" der Abschnitt zwischen Sande und Ölweiche ausgebaut und die Infrastruktur auf den neuesten technischen Stand gebracht. Zumindest für die 11 Kilometer-Strecke ist die Finanzierung gesichert: die dafür benötigten rund 25 Millionen Euro werden zum Großteil aus dem Konjunkturprogramm des Bundes finanziert.

(Redaktion)


 


 

Hinterlandanbindung
Jade-Weser-Port
Schienenstrecke
Oldenburg
Sande
Ausbau
2012
Bahn

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Hinterlandanbindung" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: