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Digitalfunk in Niedersachsen

Tetra kommt, funktioniert - und die Feuerwehr schaut in die Röhre

„Hallo, hier spricht Uwe Schünemann aus Lüneburg, können Sie mich empfangen?" Kein Knistern, kein Rascheln in der Leitung - aus dem kleinen Funkgerät ist klar und deutlich die Antwort des Bundesinnenministers zu vernehmen: „Ja, Sie sind ausgezeichnet zu verstehen! Hier Thomas de Maizière in Berlin!". Ebenfalls zugeschaltet: Hamburgs Innensenator Heino Vahldieck. Der kleine Funktest von Lüneburg nach Berlin und Hamburg verläuft einwandfrei. Und er ist etwas Besonderes: Denn hier wird digital gefunkt.

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat am Mittwoch bei der Polizeidirektion in Lüneburg den ersten „Erweiterten Probebetrieb" für das Digitalfunknetz im nord-östlichen Teil Niedersachsens gestartet: „Bei dem nun in Betrieb genommenen Netzabschnitt handelt es sich nach Angaben des Landesinnenministeriums um die bis dato größte zusammenhängende mit Digitalfunk versorgte Fläche Deutschlands. Für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist der Digitalfunk bundesweit die Kommunikationstechnologie der Zukunft!"

Niedersachsen: Technik beim Castortransport getestet

Auch Polizeipräsident Friedrich Niehörster zeigte sich erfreut: „Es ist schon etwas Besonderes, als Pilotbehörde bei der Einführung des Digitalfunks aktiv mitwirken zu dürfen! Bereits bei der Bewältigung des gerade beendeten Castor-Einsatzes haben sich unsere hohen Erwartungen an die neue Technik mehr als erfüllt." Beim diesjährigen Castortransport sind bereits rund 2.800 digitale Endgeräte in Ergänzung zum Analogfunk zum Einsatz gekommen und auf die Probe gestellt worden. Damit versichert sich das Land zurück, dass die technologie auch unter realistischen Einsatzbedingungen tauglich ist - ausgiebig getestet wurde die Technik schließlich schon vor Jahren vom Polizeipräsidium Aachen (NRW). Dort wollte man nach einer Testphase die lieb gewonnenen Geräte nicht mehr hergeben.

Digitalfunk: Zwei Standards in Europa

Nach Ablauf von sechs Monaten, in denen das Netz unter realitäts- und betriebsnahen Bedingungen umfangreich genutzt und auf seine Zuverlässigkeit geprüft werden wird, wird der Digitalfunk die analoge Technik nach Angaben des Innenministeriums in den Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Rotenburg und Harburg ablösen. Stade, Celle und Soltau-Fallingbostel wird die Netzstruktur spätestens im Frühjahr 2011 vollflächig zur Verfügung stehen. In Deutschland hat man sich auf den Netz-Standard Tetra verständigt, der um eine Verschlüsselung des Funkverkehrs ergänzt wird. Das Abhören des Behördenfunks wird dadurch erheblich erschwert. 

Innerhalb der europäischen Union setzten die Länder bislang auf die beiden Standards Terta und Tetrapol. Diese sind nicht miteinander kompatibel, der Tetra-Standard hat jedoch den Vorteil, dass dieser nicht alleine von einem einzigen Unternehmen, sondern von verschiedenen Anbietern angeboten und betrieben werden kann. 

Die Ausstattung der Dienststellen und Fahrzeuge im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg mit Digitalfunkgeräten ist laut Innenministerium nahezu abgeschlossen. Zurzeit werden dort Schulungen für Mitarbeiter durchgeführt.Wermutstropfen: Ein Förderprogramm für andere Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie Feuerwehr und Rettungsdienst und Katastrophenschutz gibt es in Niedersachsen, Bremen noch nicht. Je nach Bundesland erhalten die Organisationen anderswo für neu gekaufte digitale Endgeräte zwischen 25 und 80 Prozent der Kosten vom Land erstattet.

(Redaktion)


 


 

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