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Neuer Investor bei TelDaFax

EWE Netz betreut 28.000 Kunden des Strom- und Gasanbieters

wegen unbezahlter Rechungen haben mehrere Netzbetreiber dem Strom- und GasanbieterTelDaFax aus dem nordrheinwestfälischen Troisdorf den Netzzugang gekündigt. Nach dem Einstieg eines Finanzinvestors gibt das Unternehmen an, wieder liquide zu sein.

Während der zur EWE-Gruppe gehörende Energieversorger SWB AG aus Bremen bereits zum 22. März 2011 alle Verträge mit TelDaFax kündigte, da Rechnungen unbezahlt geblieben waren, beobachtet man bei EWE Netz in Oldenburg die Situation weiter aufmerksam. Dort betreut man nach Angaben von Unternehmenssprecher Karl Hackstette im gesamten Versorgungsgebiet 28.000 Kunden des Strom- und Gasanbieters. Zwar sieht man dort Gesprächsbedarf hinsichtlich einer Sicherheitsleistung, eine konkrete Kündigung des Netzzugangs beabsichtigte man jedoch am Freitag noch nicht. Anders in Bremen: mit der Kündigung der Verträge trat dort am 25. März die Grundversorgung durch den örtlich zustädigen Versorger - in diesem Fall die Bremer SWB - ein. Die Kunden müssen sich daher auf höhere Tarife einstellen.

Finanzinvestor Prime Mark hat das Sagen

Derweil gibt TelDaFax an, mit dem Finanzinvestor zypriotischen Prime Mark Financial Group mit Sitz einen finanzstarken Gesellschafter für die TelDaFax Holding AG gewonnen zu haben. Nach Unternehmensangaben will der Finanzinvestor das Unternehmen mit zusätzlichem Kapital im mittleren zweistelligen Millionenbereich ausstatten. Damit sei TelDaFax in der Lage, "seine aktuellen Liquiditätsprobleme zu lösen und seine wirtschaftliche Lage deutlich zu verbessern", heißt es in einer Mitteilung des Strom- und Gasanbieters.

TelDaFax hatte erst vor wenigen Wochen seine Übernahme durch den Finanzinvestor CPA Invest AG bekannt gegeben. In die CPA Invest hatte mittels Factoring wiederum der Fondsanbieter Debi Select Gruppe investiert. Die Übernahme erfolgte laut einer Mitteilung des Unternehmens nach einer bereits im Dezember 2010 begonnenen Due Dilligence, innerhalb derer Strukturen und Prozessabläufe im Unternehmen umfänglich analysiert wurden. Damit einher ging der Wechsel des Vorstandsvorsitzes. Prime Mark übernimmt nun wiederum 51% von der CPA Invest AG und wird somit zum Mehrheitsgesellschafter. Beim Fondsanbieter Debi Select hatte das Investment bei TelDaFax zuvor für reichlich Unbehagen bei den Fondanlegern geführt. Sie fürchteten den Verlust ihres Geldes. Mitgesellschafter ist der Finanzinvestor Sigma Citation Capital Strategies Limited, eine private equity -Gesellschaft mit Sitz in Jersey.

Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt

"Wir sind mit dem Investment jetzt in der Lage, die durch Eigenkapital nicht gedeckte Liquiditätslücke und die daraus resultierenden bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten schrittweise zu beseitigen und neu durch zu starten," kündigt Hans-Gerd Höptner, Vorstandsvorsitzender der TelDaFax Holding AG, an. Der zweistellige Millionenbetrag soll demnach für die Begleichung entstandener Verbindlichkeiten und weitere Restrukturierungsmaßnahmen genutzt werden. Prozesse und Strukturen im Unternehmen sollen verschlankt und offenbar Personal abgebaut werden. Bislang beschäftigt TelDaFax nach eigenen Angaben 700 Mitarbeiter.

Auslöser für die Schieflage des Unternehmens waren u.a in den Medien erhobene Vorwürfe, wonach der konzernunabhängige Energieversorger in finanziellen Schwierigkeiten stecke. Auch die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelte im Februar 2011 wegen Insolvenzverschleppung gegen das Unternehmen. Für Verunsicherung sorgte dies bei Geschäftspartnern und den Banken. In der Folge seien etliche Vertragsbeziehungen neu gestaltet und mit hohen liquiditätseinschränkenden Sicherheitsleistungen für das Unternehmen verbunden worden, so TelDaFax in einer Mitteilung.

Höptner: 20.000 Kunden verloren

Innerhalb der vergangenen beiden Wochen hatten eine Reihe von regionalen Netzbetreiber aufgrund ausbliebender Zahlungen den Netzzugang für TelDaFax gesperrt. Mit einigen Betreibern konnte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen einigen. Aber: "Wir haben etwa 20.000 Kunden verloren", räumt Höptner ein.

Ziel des neuen Anteilseigners ist es, TelDaFax mittelfristig in die Gewinnzone zu führen. Laut Prime Mark-Geschäftsführer Richard reinert ist "Das Potenzial bei TelDaFax als größtem unabhängigen Energieversorger Deutschlands vorhanden."  Deutschlandweit zählt TelDaFax 800.000 Gas- und Stromkunden und generierte im Jahr 2010 einen Umsatz von 500 Mio. Euro.

(Redaktion)


 


 

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