Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Deutsche Flughäfen

Breiter Widerstand gegen Fluggastkontrollen nach Herkunft

Der designierte Präsident des Deutschen Flughafenverbandes und Chef des Düsseldorfer Flughafens, Christoph Blume, hatte vorgeschlagen, im Kampf gegen den Terror Passagiere in Risikogruppen einzuteilen. Dabei werden die Passagiere je nach Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und anderen Kriterien unterschiedlich scharf kontrolliert. Breiter Widerstand kommt nun aus der Politik und von Datenschützern.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, lehnt "Profiling" an Flughäfen ab. "Ich halte das für unzulässig", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" . "So etwas wird es in Deutschland auch nicht geben." Dieser Vorschlag habe eindeutig diskriminierende Wirkung. Deshalb können man das nicht akzeptieren. Wiefelspütz fügte hinzu: "Wir stehen international vor dem Start der flächendeckenden Einführung von Körperscannern." Dies werde mehr Sicherheit bringen. In Deutschland sei die Technik zwar noch nicht ausgereift, beklagte der SPD-Politiker. Doch das werde sich ändern.

Auch der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Peter Schaar, lehnt das Blume vorgeschlagene "Profiling" zur Optimierung der Personenkontrollen ab. "Ich halte diese Methode für unverhältnismäßig. Sie stellt sämtliche Passagiere unter Generalverdacht", sagte Schaar der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Ein solches Vorgehen an deutschen Flughäfen käme einer permanenten Rasterfahndung gleich. "Dafür gibt es derzeit keine gesetzliche Grundlage," so Schaar weiter.

Auch der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), hält das so genannte "Profiling" am Flughäfen für problematisch. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie das ohne Ärger funktionieren soll; ich habe da meine Bedenken", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Das ist wie die Hausdurchsuchung, die vom Nachbarn beobachtet wird und bei der der Nachbar denkt: Ohne Grund werden die da schon keine Hausdurchsuchung machen", sagte Bosbach. Es bestehe die Gefahr der Diskriminierung. "Jeder Passagier wird fragen: Wie kommen Sie dazu, mich anders zu behandeln als andere Passagiere?" Der CDU-Politiker zweifelt überdies daran, dass eine solche Methode bei so vielen Passagieren wie in Deutschland praxistauglich ist. Allein in Frankfurt am Main gebe es 40 Millionen Fluggäste pro Jahr.

(Redaktion)


 


 

Wolfgang Bosbach
Flughäfen
Passagier
Profiling
ADV-Präsident
Deutschland
Dieter Wiefelspütz
Schaar
Hausdurchsuchung
CDU-Politiker

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Wolfgang Bosbach" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: