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Fluglotsen-Gewerkschaft

Fraport und Airlines wollen 9,5 Mio. Euro Entschädigung

Entscheidung vertagt: Im Streit um eine Millionenentschädigung der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, die Lufthansa und Air Berlin wird das Urteil erst am 25. März fallen.

Von Stefan Höhle

Nach der Prozesseröffnung am Freitag vertagte sich das Frankfurter Arbeitsgericht in der Frage, ob die Lotsenvereinigung den drei Konzernen 9,5 Millionen Euro für entgangene Umsätze beim Vorfeldstreik auf dem Rhein-Main-Airport Anfang 2012 zahlen muss.

Wegen eines neuntägigen Ausstands der Bodenlotsen auf dem Vorfeld sowie eines angekündigten, dann aber abgesagten Unterstützungsstreiks im Tower waren vor einem Jahr in Frankfurt rund 1.700 Flüge ausgefallen. Der Arbeitskampf zwischen der GdF und Fraport endete im vergangenen März mit einem neuen Tarifvertrag .

Lufthansa und andere Airlines waren von dem Streik dagegen nur mittelbar betroffen. Die größte deutsche Fluggesellschaft fordert aber wegen gestrichener Verbindungen und Umbuchungskosten knapp vier Millionen Euro von der Lotsengewerkschaft. Die Lufthansa erhofft sich nun ein Grundsatzurteil.

Streitpunkt: Ansprüche Dritter in einem Arbeitskampf

Fraport fordert von der GdF rund fünf Millionen Euro. Der Flughafenbetreiber argumentiert, der Streik sei in seinen Auswirkungen unverhältnismäßig gewesen, weil die Gehälter von lediglich 200 Vorfeldleuten Gegenstand des Tarifkonflikts waren.

Lufthansa wiederum will vor dem Arbeitsgericht grundsätzlich klären lassen, ob in einem Arbeitskampf unbeteiligten Dritten Schadenersatz zusteht. Die Airline will den Fall letztlich vor das Erfurter Bundesarbeitsgericht bringen.

Die GdF konnte in der Vergangenheit zwei ähnliche Klagen mit weit niedrigeren Forderungen abwehren. Die Gewerkschaft mit nach eigenen Angaben 3.500 Mitgliedern sieht in den Verfahren einen Angriff auf ihre Existenz. "Beim aktuellen Streik der Sicherheitsleute am Hamburger Flughafen muss ver.di mit solchen gerichtlichen Nachspielen nicht rechnen", sagte ein GdF-Sprecher am Freitag.

(dapd)


 


 

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