Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Doch kein Fluglotsenstreik!

Flugsicherung ruft kurzfristig die Schlichtung an - Friedenspflicht bis Anfang September

Die Fluglotsen in Deutschland werden am Dienstag nun doch nicht streiken. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) scheiterte zwar in der Nacht mit dem Versuch, den von der Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) angekündigten Ausstand von einem Gericht verbieten zu lassen. Sie rief jedoch unmittelbar nach ihre Niederlage vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht die Schlichtung an. Damit herrscht wieder Friedenspflicht, und die GdF darf in den nächsten etwa vier Wochen nicht die Arbeit niederlegen.

Von Stefan Höhle und Martin Roy

Nach dem Streikaufruf der GdF für Dienstag von 6.00 bis 12.00 Uhr hatte die Flugsicherung zunächst wie in der vergangenen Woche versucht, die Arbeitsniederlegungen per Gerichtsbeschluss verbieten zu lassen. Die GdF hatte ihre Streikforderungen jedoch geändert, und so wies das Arbeitsgericht Frankfurt den Antrag der DFS auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik anders als am vergangenen Donnerstag zurück. Auch mit der Berufung vor dem Landesarbeitsgericht war die DFS erfolglos.

DFS erst gegen, dann für Schlichtung

Unmittelbar vor ihrer Entscheidung riefen die Landesarbeitsrichter die Tarifparteien zu einer Einigung auf. Die DFS solle die Schlichtung suchen und die Gewerkschaft dann sofort den Streik abblasen. Die GdF stimmte dem Vorschlag zu, die DFS lehnte ihn ab.

Nach der Gerichtsentscheidung wenige Minuten später erklärte die Flugsicherung dann noch im Gerichtssaal, jetzt wolle sie einen Schlichter in Anspruch nehmen. Die GdF warf der DFS daraufhin vor, sie habe auf Kosten von Fluggesellschaften und Passagieren ein abgekartetes Spiel betrieben. Schon nach dem vergangene Woche abgesagten Fluglotsenstreik sei "ganz dringend" Zeit für den Eintritt in die Schlichtung gewesen, sagte Gewerkschaftsvorstand Markus Siebers. Das Verhalten der DFS sei eine schwere Belastung für den Beginn der Gespräche.

Die Flugsicherung wies die Anschuldigungen zurück, ohne konkret auf die Vorwürfe zu antworten. Sein Unternehmen habe zunächst Rechtssicherheit herstellen wollen, sagte DFS-Geschäftsführer Jens Bergmann. Die Schlichtung sei angerufen worden, weil anders ein erheblicher Schaden nicht abzuwenden gewesen sei.

Fluglotsen sollen pünktlich zur Arbeit kommen

Ein GdF-Sprecher sagte, die Gewerkschaft werde noch in der Nacht über die Streikleitung alle Flugsicherungsmitarbeiter pünktlich zur Arbeit am Dienstag einbestellen.

Zum Schlichter ernannten die Tarifparteien den Münchner Arbeitsrechtsprofessor Volker Rieble. Er soll nach ihren Angaben in den kommenden zwei Wochen einen Zeitplan für die Schlichtung vorlegen.

(dapd )


 


 

Schlichtung
DFS
GdF
Fluglotsen
Gewerkschaft
Hessischen Landesarbeitsgericht
Dienstag
Flugsicherung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Schlichtung" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: