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Gen-Äußerungen

Sturm der Entrüstung gegen Sarrazin

Nach den Äußerungen über Migranten, wagte sich Bundesbank-Vorstand Sarrazin nun sogar zu Äußerungen über Erbgut-Unterschiede heraus. Bei der SPD schließt man daher einen Parteiausschluss nicht mehr länger aus. Der Zentralrat der Juden kritisiert derweil Sarrazin in der Bild-Zeitung scharf. Zwischen die Fronten geriet im Zuge dessen Hessens Ministerpräsident a.D. Roland Koch, der sich zunächst hinter Sarazzin gestellt hatte, dann aber von dessen Gen-Äußerung überrascht wurde.

Joachim Poß, der zurzeit für Frank-Walter Steinmeier die Bundestagsfraktion der SPD leitet, Forderte Sarrazin zum Austritt auf. "Wir brauchen eine sachliche und produktive Diskussion zum Zusammenleben mit Migranten. Sarrazin wählt eine Form, die Diskriminierung mit einschließt und einen positiven Dialog von vorn herein nicht zulässt", sagte Poß der Westdeutschen Allgeimeinen Zeitung. "Dadurch wird die Stimmung aufgeputscht. Er wäre folgerichtig, wenn Sarrazin sein Parteibuch zurückgeben würde." 

Scharfe Kritik von Westerwelle

Der FDP-Vorsitzende und Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die Äußerungen von Thilo Sarrazin ebenfalls scharf kritisiert. Im Bonner General-Anzeiger sagte er: "Herr Sarrazin leitet Wasser auf die Mühlen des Rassismus und des Antisemitismus. Das ist vollständig inakzeptabel." An den Wortmeldungen von Herrn Sarrazin gefalle ihm außerdem nicht, "dass er Kindern aus Ausländerfamilien generell mangelnden Bildungswillen unterstellt. Bei allen Schwierigkeiten - ich erlebe in vielen Einwandererfamilien das glatte Gegenteil." 

Grünen-Chefin: Sarrazin tanzt Bundesbank auf der Nase herum

Auch Grünen-Chefin Claudia Roth hat die jüngsten Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin scharf kritisiert. "Es ist nicht zu ertragen, wie Sarrazin mit immer neuen Ungeheuerlichkeiten die öffentliche Debatte bestimmt. Seine Äußerungen über Juden und Muslime erfüllen den Tatbestand der menschenverachtenden, rassistischen Hetze und sind ein bodenloser Skandal", sagte Roth dem Online-Portal "Der Westen". "Damit steht Sarrazin nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes und disqualifiziert sich für jedes öffentliche Amt. Es ist unerklärlich, wie lange sich die Bundesbank schon von Thilo Sarrazin auf der Nase herumtanzen lässt. Seine Äußerungen zeugen von einem rassistischen, menschenverachtenden Geist und sind eine Schande für die Bundesbank ebenso wie für die gesamte Republik. Wer jetzt noch zögert, ihn aus dem Vorstand der Bundesbank zu feuern oder wer ihn gar in seinen Äußerungen unterstützt, hat jeden Anstand und moralischen Anspruch verloren."

(Redaktion)


 


 

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