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Insolvenzverwalter

100 kleinere Woolworth-Filialen gehen an Handelsketten

Woolworth-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann gab heute bekannt, dass er Vertragsabschlüsse mit zwei Einzelhandelsketten über die Übernahme von bis zu 100 ehemaligen Woolworth-Filialen erzielen konnte. Diese passen nicht in das Fortführungskonzept des Handelskette. In den kommenden Wochen sollen außerdem Verträge mit „weiteren namhaften Handelsketten“ über die restlichen Filialen folgen. Über Namen und Details schwieg er sich wegen des noch laufenden Bieterverfahrens für die übrigen Filialen jedoch aus.

Insolvenzverwalter Hermann ist damit kaum sechs Monate nach dem Insolvenzantrag ein Durchbruch bei der Frage nach dem weiteren Schicksal dieser Läden und insbesondere der Mitarbeiter gelungen. Bereits im Herbst soll die Mehrzahl der rund 140 Läden, die wegen ihrer Größe nicht mehr in das Fortführungskonzept von Woolworth passen, an die Filialkettenbetreiber übergeben werden. Hierzu zählen unter anderem Filialen, die mit 750 qm Verkaufsfläche zu klein oder auch mit weit über 2.000 qm zu groß sind.

Übernimmt Schlecker das Ruder?

Zuletzt war bekannt geworden, dass sich womöglich der Drogerie-Discounter Schlecker für die Filialen interessiert. Das Unternehmen schließt derzeit eine Reihe seiner klassischen Filialen und setzt auf das Konzept "Schlecker XL" mit deutlich größeren Ladenflächen. Die meist zentral liegenden, kleineren Filialen von Woolworth, die womöglich auf einen Schlag frei werden könnten, kämen den Baden-Württembergern da wie gerufen. Auch der Textil-Discounter NKD soll Interesse bekundet haben. Doch das ist bisher reine Spekulation. Dennoch freut sich Insolvenzverwalter Hermann, dass die beiden ersten Vertragspartner bereit seien, mehreren hunderten Mitarbeitern neue Arbeitsplatzangebote zu machen. Das Ergebnis hatte er in langwierigen, konstruktiven Verhandlungen gemeinsam mit den Handelsketten aushandeln können.

Stabilisierung bei Woolworth

Seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Juli soll sich bei Woolworth zudem erfreulicher Weise eine zunehmende Stabilisierung des operativen Geschäfts abzeichnen. Die vom Insolvenzverwalter eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen wie Senkung der Personalkosten, Bereinigung des Sortiments sowie neue Verträge, sollen demnach bereits ihre Wirkung entfalten. Woolworth stand bei der Eröffnung seines Insolvenzverfahrens ohnehin nicht völlig am Abgrund, jedoch war die Kette in erhebliche Schwierigkeiten geraten, weil die Pensionen der Mitarbeiter bei einer insolventen Firma in London lagen und man im Deutschland-Geschäft nicht mehr wettbewerbsfähig war. Rechtzeitig zog man daraufhin die Konsequenzen und wandte sich an den anerkannten Insolvenzanwalt Ottmar Herrmann, der auch den insolventen Autobauer Karmann in Osnabrück betreut.

Fortführungsfilialen werden modernisiert

Zuletzt gab Hermann bekannt, dass auf Teilflächen der verbliebenen insgesamt über 160 Fortführungsfilialen von Woolworth Markenartikel namhafter Sportartikelhersteller zum Discountpreis angeboten werden sollen. Mehr als die Hälfte der insgesamt 310 Woolworth-Filialen kann durch das Restrukturierungskonzept somit fortgeführt werden. Diese Fortführungsfilialen werden ab sofort mit mehr als 10 Millionen Euro Investitionsvolumen mit Umbauten auf das neue Familien-Discount-Konzept umgestellt und nach Hermanns Worten „deutlich modernisiert“.Die Modernisierung soll nach Unternehmensangaben bis Ende Oktober 2009 abgeschlossen sein.

„Die Investition ist ein deutliches positives Zeichen an die Mitarbeiter und an die Kundschaft, dass Woolworth lebt und sich mit einem neuen einheitlichen Erscheinungsbild dem Wettbewerb stellt.“ (Neuer Woolworth-Geschäftsführer Heinz Thünemann)

Neues Warenkonzept soll Wende einleiten

Ein neues Raumkonzept mit neuer Warenpräsentation, breiten Gänge und einer durchgängige Aufteilung in Hartwaren, einer Aktions- und Werbestraße in der Mitte sowie einem Textilbereich sollen den Kunden künftig ein einladendes, attraktives Erscheinungsbild bieten. „Die Investition ist ein deutliches positives Zeichen an die Mitarbeiter und an die Kundschaft, dass Woolworth lebt und sich mit einem neuen einheitlichen Erscheinungsbild dem Wettbewerb stellt“, betonte Heinz Thünemann, Geschäftsführer der neu gegründeten Deutschen Woolworth GmbH. Die Kundschaft nehme die bereits umgebauten Filialen sehr gut an. Gerade dort hätten sich die Umsätze positiv entwickelt. „Wir liegen voll im Plan unseres Restrukturierungsprozesses und bereiten mit Hochdruck das profitable Weihnachtsquartal vor“, so der Handelsexperte weiter. Die Waren für das Weihnachtsgeschäft seien bereits bestellt und abgesichert.

Mitarbeiter: Arbeitsverträge bereits verlängert

Gewissheit für das Weihnachtsgeschäft und für ihren Arbeitsplatz haben nach Angaben des Insolvenzverwalters Hermann auch die Mitarbeiter: die Arbeitsverträge in den Fortführungsfilialen konnten bereits vorzeitig bis zum 31. März 2010 verlängert werden. Sofern die Umsätze weiterhin stabil blieben und das Weihnachtsgeschäft erfolgreich verlaufe, werde Woolworth voraussichtlich erstmals nach Jahren wieder die Verlustzone verlassen können, zeigte sich der Insolvenzverwalter am Dienstag zuversichtlich. Hermann strebt nach Abschluss der erfolgreichen Sanierung den Verkauf von Woolworth an einen Investor an.

(Redaktion)


 


 

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