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Fracking

Wenn das Leitungswasser brennt...

Fracking ist eine relativ neue Methode, bislang unzugängliches Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten zu fördern. Auch in Deutschland sind sehr ergiebige Lagerstätten ausgemacht worden. Ihre Erschließung könnte dazu führen, dass Erdgas mittelfristig deutlich preiswerter wird als heute.

Die Förderung ist allerdings mit Risiken verbunden, wie man heute schon in den USA sehen kann. Dort wird Fracking seit einigen Jahren massiv vorangetrieben - trotz großer Gefahren für das Grundwasser und obwohl in manchen Fördergebieten das Leitungswasser bereits soviel Methan enthält, dass man es anzünden kann.

Beim Fracking werden Millionen Liter Wasser mit giftigen Chemikalien in den Boden gepresst, um Risse im Gestein zu erzeugen und darüber bisher nicht erreichbare Gasreserven an die Erdoberfläche zu bringen. In den USA stammt bereits mehr als ein Drittel des geförderten Erdgases aus tiefem Schiefergestein, und schon bald werden die USA mehr Erdgas verkaufen als importieren, so die Prognosen.

Bundesweit werden Schiefergasvorräte erkundet

Die ökonomischen Potentiale und die Aussicht auf eine wachsende Unabhängigkeit von den Ölstaaten sind äußerst attraktiv, aber der Schiefergasboom hat ökologisch viele Schattenseiten: Landschaften wurden geschädigt und Wasser verseucht, weil bei den Bohrungen offenbar Gas in die darüber liegenden Grundwasserschichten gelangt ist. Ursache dafür waren vermutlich fehlerhafte Ummantelungen der Bohrschächte. Außerdem werden beim Fracking rund 600 Chemikalien eingesetzt, von denen viele als giftig oder krebserregend gelten.

Zurzeit werden auch in Deutschland überall die Schiefergasvorräte erkundet. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe schätzt die förderbare Menge auf bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter. Das könnte den Bedarf in Deutschland bis zum Jahr 2040 decken. In einem aktuellen Gutachten empfehlen vom Umweltbundesamt beauftragte Experten, die Methode des Frackings in Wasserschutzgebieten komplett zu verbieten. Anderswo soll vor jeder Bohrung eine Umweltverträglichkeitsprüfung zur Pflicht werden. Diesen Empfehlungen hat sich jetzt auch Bundesumweltminister Altmeier angeschlossen und ein entsprechendes Gesetz für den Herbst angekündigt.

Einen Bericht zum Thema finden Sie in der aktuellen Märzausgabe 3/2013 des Magazins National Geographic.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Der Selbstdenker
22.02.13 18:19 Uhr
Die förderbare Menge beruht auf einer Fehleinschätzung

Die Angabe der förderbaren Menge basieren auf einer Fehleinschätzung des BGR, die dringend durch eine sachkundige Stelle nachgerechnet werden muss. Realistisch ist nicht einmal 10% der vom BGR angenommenen Menge. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass man auch für diese "geringe" Menge in einer Größenordnung 100.000 Bohrungen benötigt, ist klar, dass die Erschliessung viele Jahrzehnte benötigt. Daher ist die Menge für die Preisgestalltung und die Importunabhängigkeit Deutschlands absolut bedeutungslos!!

 

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