Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Francioni zieht rote Linie für Auflagen

Aufsichtsbehörde meldet Bedenken gegen Börsenfusion an

Die geplante Fusion der Deutschen Börse und der New York Stock Exchange (NYSE) wird durch immer neue Hürden erschwert. Der Frankfurter Börsenbetreiber reagiert zunehmend genervt und schließt inzwischen ein Platzen der Pläne nicht mehr aus.

Von Michael Wojtek

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" meldete am Wochenende, der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) habe "börsenrechtliche Bedenken" gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE angemeldet. In einem Gespräch mit den Vorstandschefs der beiden Börsen, Reto Fancioni und Duncan Niederauer, habe Posch eine Reihe von Änderungen des Konzepts gefordert.

Frankfurt soll starker Finanzplatz bleiben

Das hessische Wirtschaftsministerium ist die zuständige Aufsichtsbehörde für den Frankfurter Handelsplatz und kann die Fusion untersagen, wenn sie die Fortentwicklung der wichtigsten deutschen Börse für gefährdet hält. Posch verlangt dem "Spiegel" zufolge belastbare Sicherheitsmechanismen, um zu verhindern, dass die Deutsche Börse nach einer Fusion zugunsten der NYSE ausgezehrt wird. "Der Finanzplatz Frankfurt braucht eine starke Börse", zitiert das Magazin Posch.

Zuvor hatten bereits die EU-Wettbewerbsbehörden Zugeständnisse eingefordert. Wie die "Wirtschaftswoche" meldete, lehnen die Beamten des EU-Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia einen Zusammenschluss der beiden Börsenbetreiber in der jetzt vorgesehenen Form strikt ab. Dem Urteil könnten die EU-Kommissare folgen.

Auflagen machen Fusion unattraktiv

Dem Bericht zufolge wollen Almunias Beamte eine Fusion nur zulassen, wenn die NYSE ihre Derivatebörse Liffe veräußern würde oder die Deutsche Börse ihre Tochter Eurex. Dies käme für die Anteilseigner jedoch nicht infrage. Die EU-Kommission wird dem Magazin zufolge voraussichtlich am 11. Januar 2012 über den Zusammenschluss entscheiden. Verbiete sie die Fusion, wolle sich die NYSE nach neuen Partnern umsehen.

Francioni stellte am Wochenende klar, dass die Deutsche Börse die Fusionspläne platzen lassen werde, wenn die EU-Wettbewerbsbehörden sie zu allzu großen Zugeständnissen zwingt. "Grundsätzlich verläuft die rote Linie dort, wo die Fusion durch die Auflagen unattraktiv wird", sagte Francioni der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" (Samstagsausgaben). "Wenn die Bedingung für die Genehmigung wäre, eine der beiden Terminbörsen - Eurex oder Liffe - zu verkaufen, dann würden signifikante Vorteile der Fusion fehlen", sagte er.

(dapd )


 


 

Fusion
Deutsche Börse
NYSE
Francioni
Zusammenschluss

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Fusion" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: