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  • 01.12.2011, 23:05 Uhr
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  • Oldenburg
Innenstadt-Lokal in Oldenburg

Explosion auf Damentoilette - Junge Frauen erleiden schwere Brandverletzungen

Mittwochnacht hat sich auf den Damentoiletten eines Gastronomiebetriebes am Oldenburger Kasinoplatz eine Explosion ereignet. Hierbei wurden zwei junge Frauen schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei haben sie diese offensichtlich fahrlässig selbst herbeigeführt.

Von Onur Yamac

Als Mittwochnacht gegen 23:00 Uhr eine Sirene am Oldenburger Kasinoplatz ertönte, sah zunächst alles nach einem Fehlalarm aus. Kaum jemand der Wartenden an der nahe gelegenen Bushaltestelle störte sich daran.

Als allerdings Gäste und Mitarbeiter im Inneren des beliebten Restaurants Vapiano plötzlich damit begannen, seltsam in kleinen Gruppen von einer Seite zur anderen Seite des Lokals zu laufen und einige Gäste von ihren Plätzen aufstanden, aber niemand das Lokal verließ, glaubte ein die Szenerie durch die großen Glasscheiben von außen beobachtender business-on.de-Autor zunächst an einen Raubüberfall. 

Explosion: Trennwände der Toiletten eingebrochen

Innerhalb weniger Minuten nach Alarmauslösung traf vor Ort eine Streifenwagenbesatzung ein. Schnell wurde daraufhin klar, dass sich im Inneren eine Explosion ereignet hatte. Im Bereich des Toilettenaufgangs breitete sich stinkender Rauch aus. Eine weinende junge Frau wurde derweil im Lokal von couragierten Gästen und Mitarbeitern des " Vapiano " mit feuchten Tüchern versorgt. Die Polizei alarmierte zudem weitere Kräfte nach und räumte den Bereich. Neben einem Löschzug der Feuerwehr, trafen vor Ort kurz darauf auch Rettungskräfte ein.

Zunächst war völlig unklar gewesen, wie viele Menschen insgesamt Verletzungen davon getragen hatten und warum es in der im Untergeschoss liegenden Damentoiletten überhaupt zu einer Explosion gekommen war. Nach Angaben von Polizeisprecher Markus Scharf war die Wucht der Detonantion so heftig gewesen, dass hierdurch die Trennwände der Toiletten einbrachen. Zwei 13  und 16 Jahre alte Frauen hatten sich dabei schwerste Verletzungen zugezogen.

Noch vor Ort wurden die weinenden jungen Frauen von Rettungssanitätern und Notärzten versorgt. Sie wurden von Mitarbeitern des Lokals Vapiano unterstützt. So leuchtete u.a. Mitarbeiter "Daniel" den improvisierten Behandlungsplatz für die schwer verletzte 16-Jährige aus. Zeitgleich drangen Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz in das Untergeschoss zu den Damentoiletten vor. 

Schwerste Brandverletzungen davon getragen

Nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei hatten die beiden jungen Frauen absichtlich Gase aus mitgebrachten Deo-Spray-Dosen eingeatmet, um sich zu berauschen. Das dabei entstandene Gasgemisch entzündete sich allerdings durch eine offene Flamme, wodurch es in der Folge zu einer schweren Verpuffung kam. Beide Frauen trugen dabei schwerste Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen davon.

Der 16-Jährigen wurde noch vor Ort ein Vollverband über Gesicht und Hände angelegt. Weinend wurde sie von Einsatzkräften auf einer Trage in einen Rettungswagen gebracht. Wie die 13-Jährige wurde sie zunächst in eine Oldenburger Klinik eingeliefert. Die 16-Jährige musste allerdings aufgrund ihrer schweren Brandverletzungen in eine Spezialklinik nach Hannover verlegt werden. Die Polizei versiegelte die Damentoilette am Mittwoch. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen.

"Deo-Schnüffeln": Suchtexperten warnen eindringlich

Nach Angaben von Polizeisprecher Markus Scharf ist das sog. "Deo-Schnüffeln" eigentlich kein Thema mehr in Oldenburg. Vor 5 Jahren habe es eine Welle gegeben, dann sei das Ganze aber "wieder eingeschlafen". Bis Mittwochnacht.

Durch das sog. "Deo-Schnüffeln" sind bundesweit bereits mehrere Jugendliche zu Tode gekommen. Nicht immer kommt es zu einer Verpuffung. Vielfach lösen die giftigen Stoffe den Ausfall des Atemzentrums im Gehirn aus, die Konsumenten ersticken hierdurch. Polizei und Suchtexperten warnen daher immer wieder eindringlich vor dem heimtückischen Rausch aus der Dose.

Am Donnerstag ging der Betrieb im Restaurant Vapiano regulär weiter. Die total beschädigte Damentoilette ist vorerst geschlossen. Restaurantchef Rainer Dworaczek, selbst Vater zweier Kinder, war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

(FN)


 


 

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