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Zwei Frauen in den Vorstand berufen

Deutsche Telekom setzt beim Thema Frauenquote Maßstäbe

Die Deutsche Telekom setzt beim Thema Frauenquote Maßstäbe. Deutschlands größter Telekommunikationskonzern berief am Montag gleich zwei Frauen in den siebenköpfigen Konzernvorstand. Bislang gab es noch keine Frau im Führungsgremium des Telekommunikationskonzerns.

Von Erich Reimann

Nach Informationen des "Handelsblatts" will Konzernchef René Obermann insgesamt sogar drei Vorstandsposten in weibliche Hände legen.

Die 42-jährige Claudia Nemat - bisher Partnerin bei der Unternehmensberatung McKinsey - übernimmt ab Anfang Oktober den Vorstandsbereich Europa. Die 52-jährige ehemalige baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick wird im nächsten Jahr das Personalressort von Thomas Sattelberger übernehmen.

Die Berufung Schicks sorgte allerdings für einen Eklat im Aufsichtsrat . Die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium verließen nach Angaben der Gewerkschaft ver.di noch vor der Abstimmung aus Protest gegen die Berufung de Managerin den Saal. Sie kritisierten, der praktizierte Bestellungsprozess verletzte in eklatanter Weise den Grundgedanken der deutschen Mitbestimmung. Die Gewerkschafter befürchten laut "Handelsblatt", dass Schick nicht ausreichend die Interessen der Mitarbeiter vertreten könnte.

Nach Informationen der Wirtschaftszeitung soll in absehbarer Zeit auch bisherige Compliance -Vorstand, Manfred Balz, durch eine Frau ersetzt werden. Sein Vertrag läuft zwar noch bis Oktober 2012. Der 66-Jährige habe aber ohnehin früher aufhören wollen, berichtete das "Handelsblatt".

"Gläserne Decke" bremst Frauen

Die Telekom hatte bereits im März 2010 als erstes Dax-Unternehmen eine Frauenquote eingeführt. Bis Ende 2015 sollten demnach 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein. "Mit Frauen an der Spitze werden wir einfach besser", begründete Obermann damals den ungewöhnlichen Vorstoß.

Personalvorstand Thomas Sattelberger hatte hinzugefügt, die bisherigen Maßnahmen zur Frauenförderung seien zwar "gut gemeint" gewesen, hätten aber nicht ausgereicht. Eine "gläserne Decke" hindere nach wie vor zu viele weibliche Talente an ihrem Weg nach oben.

Mit der Berufung zweier Frauen in sein oberstes Führungsgremium übernimmt der Konzern in Deutschland eine Schrittmacherrolle. Bisher hatte nur Siemens zwei Frauen im Konzernvorstand. In 25 der 30 Dax-Vorstände gibt es nach wie vor überhaupt keine weiblichen Mitglieder.

Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, forderte am Montag angesichts der geringen Fortschritte bei der Chancengleichheit für Frauen in der Privatwirtschaft, endlich gesetzliche Frauenquoten einzuführen.

(dapd )


 


 

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