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Farbanschlag auf jüdischen Friedhof

Polizei durchsucht Wohnungen in Oldenburg und im Ammerland - NPD-Verwicklung?

Auf den jüdischen Friedhof in Oldenburg ist am Samstag, den 19. November ein Anschlag mit Farbbeuteln verübt worden. Ein Polizeibeamter, der zufällig die Szenerie passierte und einen Täter stellen konnte, war bei der Verfolgung mit Pfefferspray attackiert worden. Die Staatsschutzabteilung der Polizei ermittelte. Inzwischen wurden mehrere Wohnungen durchsucht.

Wie die Polizei mitteilte, wurden am frühen Mittwochmorgen mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Oldenburg sechs Wohnungen in der Stadt Oldenburg und in den Landkreisen Ammerland und Oldenburg durchsucht. Die Maßnahmen richteten sich gegen insgesamt fünf Tatverdächtigen im Alter von 18-25 Jahren. 

Teleskopschlagstöcke, Sturmhauben und Messer gefunden

Nach Angaben der Polizei wurden in den Wohnräumen der Tatverdächtigen u.a. eine Pfefferspraydose, mehrere Sturmhauben, Teleskopschlagstöcke und Messer sichergestellt. Sie gelten als Beweisstücke.

Die Tatverdächtigen schwiegen gegenüber der Polizei. Bei der Staatsschutzstelle geht man inzwischen von einem ausländerfeindlichen Hintergrund aus. Die Tat in Oldenburg ereignete sich zeitlich im Umfeld der Aufdeckung der rechten Terror-Truppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Diese hatte mindestens 10 Menschen, darunter türkisch- und greichischstämmige Kleinunternehmer und eine aus Thüringen stammende Polizisten im baden-württembergischen Heilbronn ermordet und ihren aus Bremen stammenden Kollegen schwer verletzt. In Köln detoniert zudem im Jahr 2004 vor einem türkischen Friseurgeschäft in der Keupstraße eine Bombe und verletzte 22 Menschen zum Teil schwer.

Vier der Täter sind Mitglieder der NPD

Wie die Polizei in Oldenburg mitteilt, sollen vier der fünf Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Fabbeutelanschlag auf den jüdischen Friedhof Mitglieder in der NPD sein. Die als rechtsextrem geltende Partei hatte bei der vergangenen Kommunalwahl mit einer überschaubaren Anzahl von Stimmen ein Ratsmandat für den Oldenburger Stadtrat erringen können. Die erste Ratssitzung war daher von lautstarken Protesten begleitet worden (business-on.de berichtete).

Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Darüber hinaus war nach der Tat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden.

(Redaktion)


 


 

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