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Computerkonzern Apple

Steve Jobs gibt Führung endgültig ab - Interimschef Tim Cook übernimmt dauerhaft

Apple-Gründer Steve Jobs zieht sich endgültig von der Spitze des wertvollsten Technologiekonzerns der Welt zurück. In der Nacht zu Donnerstag teilte er dem Verwaltungsrat und der "Apple-Gemeinschaft" in einem Brief mit, er könne "seine Pflichten und Erwartungen als Apple-Chef nicht länger erfüllen". Seine Nachfolge soll der bisherige Vorstand für das operative Geschäft, Tim Cook, antreten. Jobs selbst will als Vorsitzender in den Verwaltungsrat einziehen.

Von Stephan Radomsky

In den vergangenen knapp 15 Jahren hat Jobs Apple vom Pleitekandidaten schrittweise zu einem der führenden Technologiekonzerne der Welt gemacht. Seit seiner Rückkehr ins Unternehmen 1996 verteuerte sich die Aktie fast um das Dreißigfache, im August überholte der Apfel-Konzern sogar kurzzeitig den Ölmulti ExxonMobil als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt.

Die ansonsten für Jobs' Gesundheitszustand extrem sensiblen Börsen reagierten gelassen auf seinen Abschied. Zwar hatte die Apple-Aktie nach Bekanntwerden der Nachricht im nachbörslichen New Yorker Handel deutlich an Wert verloren. Nach Börsenstart am Donnerstag stabilisierten sich die Papiere allerdings und notierten etwas schwächer bei rund 370 Dollar.

Das Ende der Jobs-Ära ist keine Überraschung. Seit Januar hatte er sich eine gesundheitsbedingte "Auszeit" vom Tagesgeschäft genommen und an Cook übergeben. Dieser hatte ihn auch 2004 während einer Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung und einer Lebertransplantation 2009 vertreten. Woran Jobs nun leidet, ist nicht bekannt.

Beobachter vertrauen auf Führungsteam

Branchenbeobachter äußerten sich dennoch zuversichtlich über die Zukunft des Konzerns. "Apple wird von Steve Jobs' Abschied nur minimal beeinträchtigt werden", sagte etwa Analyst Craig Cartier von Frost & Sullivan. Zwar stehe sein Name als Synonym für Innovation, doch habe das Unternehmen auch während seiner Abwesenheit weiter erfolgreich gearbeitet. Außerdem bleibe der Gründer Apple als Verwaltungsratschef erhalten.

"Die Leute von der Bank bei Apple sind extrem stark", sagte auch Analystin Shannon Cross von Cross Research . Zu ihnen zählen neben Cook auch Designer Jonathan Ive, der die minimalistische Gestaltung der Apple-Produkte verantwortet, Marketing-Chef Philip Schiller und Scott Forstall, der die Software für iPhones betreut. Mit ihnen sei es gelungen, "das Genie in der Unternehmens-DNA festzuschreiben", sagte Terry Connelly von der Ageno School of Business in San Francisco.

Gemeinsam mit dem Führungsteam hatte Jobs Apple in den vergangenen Jahren völlig neu aufgestellt. Das Design der Produkte spielte dabei stets eine extrem wichtige Rolle, zugleich erschloss sich der Konzern immer neue Geschäftsfelder, etwa im Handy-Markt oder dem Verkauf von Musik, Videos, Büchern und Zusatzprogrammen im Internet. So schuf Apple ein weitgehend geschlossenes System, was Umsatz und Profit in die Höhe trieb. Zuletzt meldete der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino für das zweite Quartal einen Rekordgewinn von 7,3 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro).

Bestürzt reagierte dagegen die Apple-Fangemeinde auf Jobs' Rücktritt. Rasend schnell verbreitete sich die Nachricht im Web, der Abschiedsbrief wurde in Foren und auf Fanseiten zitiert. Auf Twitter folgten Mitteilungen im Sekundentakt: "Danke, Steve Jobs, dass Du die Welt verändert hast", "Steve Jobs war der Leonardo da Vinci unserer Zeit" oder "Wir werden alle für Deine schnelle Genesung beten", schrieben Anhänger in dem Kurzmitteilungsdienst.

(dapd )


 


 

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