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Rückschlag für RWE

Kein Kraftwerks-Bündnis mit Gazprom

Rückschlag für RWE: Die Verhandlungen über ein Bündnis des größten deutschen Stromproduzenten mit dem russischen Staatskonzern Gazprom sind gescheitert. Die exklusiven Gespräche über ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau und Betrieb von Kraftwerken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden würden zum Jahresende beendet, kündigte RWE am Donnerstag an.

Von Erich Reimann

Konzernchef Jürgen Großmann betonte: "Wir haben sehr konstruktive Gespräche geführt. Bedauerlicherweise konnten wir uns dennoch nicht auf einen für beide Seiten tragfähigen Rahmen für eine Zusammenarbeit einigen." Die Konzerne hatten seit Juli verhandelt. Doch sei es angesichts des schwierigen Marktumfeldes nicht gelungen, eine für beide Parteien attraktive Struktur für die Zusammenarbeit zu finden, hieß es in Essen.

Der Stromkonzern steht durch den Atomausstieg und Probleme auf dem Gasmarkt massiv unter Druck und erhoffte sich durch eine engere Zusammenarbeit mit Gazprom zusätzlichen Spielraum bei der Bewältigung der Energiewende.

Gazprom dagegen will sich nicht länger auf die Rolle des Gaslieferanten beschränken, sondern sucht nach Möglichkeiten, weitere Schritte der Wertschöpfungskette zu besetzen - etwa durch eigene Kraftwerke in Westeuropa und insbesondere in Deutschland.

RWE-Kapitalerhöhung abgeschlossen

Dabei setzt der Konzern aber nicht nur auf RWE. Erst am Mittwoch unterzeichneten Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ein Arbeitsprogramm für eine Kooperation mit dem russischen Energiekonzern. Inhalt der Vereinbarung sei eine "Kooperation bei der Stromerzeugung", hieß es. Gazprom habe Interesse gezeigt, sich bei der "Bereitstellung von im Zuge der Energiewende benötigten Kraftwerkskapazitäten zu engagieren", sagte ein bayerischer Regierungssprecher.

Die Gespräche zwischen Gazprom und RWE fanden ohnehin vor einem schwierigen Hintergrund statt. RWE und Gazprom streiten seit geraumer Zeit über die langfristigen Gasverträge, die beide Konzerne verbinden. Die Essener verlangen eine Nachbesserung der Abmachungen, die ihnen wegen der darin festgeschriebenen hohen Abnahmepreise zuletzt hohe Verluste bescherten. Außerdem sind die Essener am Pipeline-Konsortium Nabucco beteiligt, dass die Abhängigkeit Westeuropas von russischen Gaslieferungen verringern soll.

Die Börse reagierte gelassen auf die Absage. In Frankfurt lag die RWE- Aktie am Nachmittag mit einem Kursplus von fast vier Prozent deutlich über dem DAX-Schnitt. Offenbar war das Scheitern der Gespräche mit RWE bereits erwartet worden.

Außerdem konnte der Konzern seine Kapitalerhöhung erfolgreich abschließen. Insgesamt seien 80,4 Millionen Aktien zum Gesamtpreis von knapp 2,1 Milliarden Euro platziert worden, teilte der Konzern mit. Davon gingen knapp 19 Millionen Aktien an die Altaktionäre der RWE, die von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machten.

(dapd )


 


 

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