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Rahmentarifvertrag

Deutsche Bahn und GDL erzielen nach neun Monaten Einigung im Tarifstreit

Nach neun Monaten Tarifstreit haben die Deutsche Bahn (DB) und die Lokführergewerkschaft GDL eine Einigung erzielt: In der 15. Verhandlungsrunde beschlossen beide Parteien am Freitag in Frankfurt am Main ein umfassendes Gesamtpaket für die rund 20.000 bei der DB beschäftigten Lokführer.

Wie der Konzern und die GDL mitteilten, wurden ein Rahmentarif Vertrag im Personen- und Güterverkehr sowie Verbesserungen bei den Einkommen und der betrieblichen Altersversorgung in einem Gesamtvolumen von drei Prozent vereinbart.

DB-Personalvorstand Ulrich Weber bezeichnete das Ergebnis als "vernünftigen Kompromiss". Was nach "teils mühsamen Verhandlungen nun aber ausschließlich zählt, ist das Ergebnis", sagte er. Es sei nun an der GDL, weitere Unternehmen für den Bundesrahmen- Tarifvertrag zu gewinnen, damit er seine volle Wirkung entfalten könne. Der Vertrag gelte rückwirkend zum 1. Januar und laufe bis 30. Juli 2012.

GDL-Chef Claus Weselsky sagte: "Damit haben wir einen Meilenstein auf dem Weg zum einheitlichen Tarifniveau für alle Lokomotivführer in der Bundesrepublik erreicht." Zusammen mit den privaten Schienengüterverkehrsunternehmen gälten nun für 83 Prozent aller bundesweit 26.000 Lokomotivführer inhaltsgleiche Rahmentarifverträge der GDL.


Verbesserungen bei Urlaubsregelungen, Nachtarbeit und Zulagen

Arbeitgeber und Gewerkschaft einigten sich zudem auf eine Verbesserung der Entgelte der DB-Lokführer um zwei Prozent. Berufseinsteiger bekommen damit 2.341 Euro monatlich, erfahrene Lokführer 2.831 Euro. Die GDL hatte fünf Prozent mehr Lohn gefordert. Die im Dezember 2010 geleisteten Einmalzahlungen fließen den Angaben zufolge in den Tarifabschluss ein. Die Gesamtlaufzeit beträgt hier 23 Monate vom 1. August 2010 bis 30. Juni 2012.

"Dieser Abschluss ist gleichzeitig der Maßstab für das Lohnniveau der Lokomotivführer in Deutschland", erklärte Weselsky. "Daran führt nun kein Weg mehr vorbei."

Zusätzlich werde ein weiteres Prozent Entgelterhöhung pro Jahr für die individuelle Altersvorsorge gezahlt, hieß es. Außerdem seien Verbesserungen bei Urlaubsregelungen, Nachtarbeit und Zulagen vereinbart worden. In einem separaten Tarifvertrag wurde nach Angaben der GDL speziell der Schutz der Lokführer bei einem Betreiberwechsel geregelt. Gewinne DB Regio eine Ausschreibung für eine Strecke, die zuvor von einem Wettbewerber betrieben wurde, sollen die Lokführer übernommen und mindestens zu den Konditionen des Rahmentarifvertrags bezahlt werden.
"Zukunft-Tarifvertrag"

Die Deutsche Bahn erklärte darüber hinaus ihre Bereitschaft, den bestehenden Kündigungsschutz beizubehalten. Diese Zusage sei in einem neuen "Zukunft-Tarifvertrag" festgeschrieben worden. Dieser enthalte zudem Eckpunkte zu Ausbildung und Qualifizierung. So sei die Mindestausbildungsdauer um mehr als 300 auf 1.250 Stunden erhöht worden. Für die Lokführer gebe es zudem zum ersten Mal eine finanzielle Absicherung beim gesundheitsbedingten Verlust ihrer Lizenz.

Der Tarifabschluss steht noch unter dem Zustimmungsvorbehalt der GDL-Bundestarifkommission. Ist diese einverstanden, ist die Tarifrunde bei der Deutschen Bahn abgeschlossen. Für alle gut 150.000 Mitarbeiter seien damit "materiell gleichwertige Abschlüsse erzielt", hieß es. Mitte Januar hatte bereits die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG einen Tarifabschluss für die übrigen rund 135.000 DB-Beschäftigten erzielt.

Noch kein Ende in Sicht ist im Tarifkonflikt zwischen GDL und den privaten DB-Konkurrenten. Bei 20 Wettbewerbern streikt die Gewerkschaft, der am Donnerstag begonnene 48-Stunden-Ausstand sollte noch bis zum frühen Samstagmorgen dauern. Deutschlandweit waren am Donnerstag nach GDL-Angaben bei den bestreikten Unternehmen knapp 70 Prozent der Züge ausgefallen.

(dapd )


 


 

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