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Gestiegener Ölpreis

Ölunternehmen profitieren vom Chaos in der Welt

Chaos in der Welt zahlt sich für Ölunternehmen aus: Internationale Kampfflugzeuge bombardieren Libyen, saudische Truppen sind nach Bahrain eingerückt und die Atomkatastrophe nach dem verheerenden Erdbeben in Japan scheint kein Ende zu nehmen. Währenddessen ist der Preis für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate in den vergangenen drei Monaten um 16 Dollar in die Höhe geschossen.

Von Steven Mufson

"Alle Ölunternehmen werden mehr Geld machen, als irgendjemand noch vor zwei Monaten geschätzt hat", sagt der Analyst Fadel Gheit dazu.

Geld verdienen, solange "die Party noch läuft"

Jeder Dollar, um den der Ölpreis ansteigt, bringt dem Konzern Exxon Gheit zufolge jährlich zusätzliche 450 Millionen Dollar ein. Exxons Aktienkurs ist im ersten Quartal dieses Jahres bereits um 15 Prozent gestiegen. Alle Unternehmen bemühten sich daher darum, die Produktion anzukurbeln, "solange die Party noch läuft", erklärt Gheit.

Grund für die positiven Aussichten der Konzerne sind die Ölpreise auf Rekordhoch. Der Analyst Pavel Molchanov von der Investmentfirma Raymond James erklärt dazu, manche Unternehmen würden das Level der Rekordeinnahmen aus der ersten Jahreshälfte 2008 erreichen oder sogar überspringen. Der Preis für die vor allem in Europa wichtige Ölsorte Brent beispielsweise ist auf den höchsten Stand eines ersten Quartals überhaupt gestiegen.

Politisches Erdbeben in Nordafrika

Verantwortlich für diesen Preisanstieg ist unter anderem das politische Erdbeben in Nordafrika und im Nahen Osten, außerdem das verheerende tatsächliche Erdbeben und der anschließende Tsunami in Japan. Die Kämpfe in Libyen haben den Ölexport des Landes fast zum Erliegen gebracht, was besonders schwer wiegt, weil libysches Rohöl besonders einfach zu raffinieren ist und als schwer zu ersetzen gilt. Seitdem klar ist, dass es für den Krieg in Libyen weder eine rasche noch eine unblutige Lösung gibt, haben Analysten und Experten ihre Prognosen für einen Anstieg des Ölpreises in diesem Jahr angehoben.

Jedes Ölunternehmen egal wo in der Welt profitiere von gestiegenen Preisen, sagt Molchanov. Exxon zum Beispiel hat im vierten Quartal 2010 weltweit rund 2,5 Millionen Barrel Öl produziert, kein einziges davon in Libyen. Für den Konzern Chevron haben Analysten der Citigroup ihre Prognosen für dieses Jahr um 16 Prozent angehoben. Und auch wenn die Folgen steigender Rohölpreise oft Raffinerien treffen - auch diesen Unternehmen ging es jüngst richtig gut.

Zudem kommt Ölkonzernen das Geld zugute, das in eingebundene Firmen fließt. Das US-Unternehmen Halliburton, das im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in die Kritik geriet, berichtete zwar von Problemen wegen "geopolitischer Themen an bestimmten Orten im Nahen Osten und in Nordafrika". Der Gewinn werde daher um drei bis vier Cents pro Aktie zurückgehen.

Zugleich gibt es allerdings so viele neue Ölbohrprojekte, dass die Halliburton-Aktie im ersten Quartal um 21 Prozent gestiegen ist. Damit liegen die Anteile um 48 Prozent höher als am Tag vor der Explosion der Bohrinsel im Golf von Mexiko mit elf Toten vor knapp einem Jahr.

(dapd )


 


 

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