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Fukushima-Region

Greenpeace-Aktivisten entdecken verstrahltes Gemüse

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist mit Aktivisten im Umfeld des japanischen Fukushima aktiv, um die Situation nach dem schweren Atomunfall zu untersuchen und zu dokumentieren. business-on.de gibt Gesprächsnotizen aus einem Telefonat mit dem Greenpeace-Atomexperten Thomas Breuer vom Freitag wieder.

Frage: es wurde hochradioaktiv strahlendes Gemüse gefunden. Was bedeutet das?

Thomas Breuer: Wir haben am Montag Spinat und Kohlproben genommen, die wir untersucht haben und die beiden Radioaktivitätslevel, in den beiden Gemüsesorten, im Spinat war 160-fach über der erlaubten Maximalmenge und bei dem Kohl war es 18-fach über der erlaubten Maximalmenge. Das heißt viel, viel, viel zu hoch. Die Folge daraus ist, dass das Gemüse nicht gegessen werden darf, weil es einfach einen negativen Effekt aus die Gesundheit haben kann und somit gefährlich ist für die Menschen. Das Hauptproblem ist, das es keine flächendeckenden, offiziellen Messungen von Gemüse, von den einzelnen Gärten gibt, was die Regierung unserer Meinung nach anbieten müsste, um sicher zu gehen, dass die Menschen kein verstrahltes Gemüse essen. Aber das passiert leider nicht.

Frage: Wie war Ihr heutiger Tag und was haben Sie gemacht?

Breuer: "Heute sind wir wieder in den Süden gefahren von Koreana. Das etwa 50 Kilometer westlich des havarierten Reaktors liegt. Die Strecke bis Iwaki, Küste liegt, etwa 45 Kilometer südlich des havarierten Reaktors. Wir haben auf diesem Weg Messungen vorgenommen. Wir haben uns im Prinzip die ganze Zeit durch ein Tal bewegt und haben dort das erste Mal tatsächlich seid wir in der Region sind einen kleinen Lichtblick gehabt. Dieses Tal ist auch kontaminiert, aber deutlich geringer als alles andere, was wir bisher gesehen haben. Vor einem Geschäft, wo wir auch gemessen haben, kam der Besitzer raus und fragte, was wir denn gemessen hätten. Wir waren doch dann endlich mal froh, dass wir ihm sagen konnten, dass die Radioaktivitätslevel zwar erhöht sind, aber nicht in einem gefährlichen Bereich. Später am Nachmittag sind wir zu einer Ökofarm gefahren. Eine Bauernfamilie hat uns auch wieder um Hilfe gebeten, ob ihr Gemüse nicht auch testen können. Die Kontamination, die wir jetzt dort erstmal auf dem Hof und auf den Feldern messen konnten, waren glücklicherweise auch nicht extrem hoch, wie wir es an anderen Stellen gefunden haben, aber doch erhöht. Wir haben dann auch Spinat und Kohl genommen, werden das jetzt in den nächsten Tagen untersuchen. Das war ein sehr emotionales Erlebnis. Die Bauersfrau hat uns gesagt, dass sie in der Vergangenheit nie über Atomkraft nachgedacht hat und sie hat uns gegenüber gesagt, dass sie sich bei ihren Kinder dafür entschuldigt, dass sie nicht gegen die Atomkraft gekämpft hat und ihren Kinder jetzt so etwas, was hier passiert ist hinterlässt und damit auch mit Verantwortung trägt. Das war ein unglaublich starkes Statement. Wir waren sehr, sehr bewegt, das zu hören."

(ots/Redaktion)


 


 

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