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Meinungen zum Börsengang von General Motors

Der aktuelle Börsengang von General Motors (GM) ist symbolträchtig, da er eine Rückkehr des zuvor im Zuge der Wirtschaftskrise schwer angeschlalgenen Automobilkonzerns an die Weltspitze verheißt. Auch die Medien greifen das Thema vor dem Hintergrund der von GM letztlich ebgeblasenen Rettung der Konzerntochter Opel auf. Im Folgenden drei Medienmeinungen zum Thema.

Westfalen-Blatt: Zum Börsengang von General Motors

Bielefeld. Totgesagte leben länger. Man kann General Motors verstehen, wenn es die Wiederauferstehung an der Börse mit Saus und Braus feiern möchte. Schließlich war von einem steilen Anstieg noch vor einem Jahr nichts zu sehen. Damals stand der einst weltgrößte Automobilhersteller vor dem Abgrund. Genau dies hinterlässt außerhalb der USA allerdings auch einen faden Nachgeschmack. Schließlich wurde General Motors durch einen Riesengriff in die amerikanische Staatskasse gerettet. Andere Konzerne mussten ohne 49,5 Milliarden Dollar Hilfe auskommen. Für General Motors schien es nicht genug. Das Management in Detroit bettelte auch in Europa um zusätzliche Staatsknete. Und es bat nicht nur, sondern setzte die Staatschefs ganz schön unter Druck, in dem es andernfalls mit Entlassungen und der Schließung von Opel-Produktionsstätten drohte. Dieses Verhalten ging auf Kosten der Mitarbeiter und Opel-Händler. Nur nachhaltiger Erfolg kann es vergessen machen. Nachhaltigen Erfolg wünschen sich auch die Neuaktionäre. Der Erfolg an der Börse zeigt: Sie sind sogar davon überzeugt.

Neue Osnabrücker Zeitung: Vorsicht - Krise noch nicht vorbei!

Osnabrück. In den USA ist immer alles riesig: hohe Häuser, breite Straßen, unendliche Parkplätze, atemberaubende Brücken und spritschluckende Straßenkreuzer. Und jetzt auch der neue Mega-Börsengang von General Motors. Unzeitgemäße Autos haben GM in den vergangenen Jahren tief in einen Sog gezogen, dessen Kraft durch die Wirtschaftskrise erheblich an Fahrt gewann: Vor knapp 18 Monaten war der Gigant faktisch pleite. Washington kam nicht umhin, mit gut 37 Milliarden Euro eine der größten US-Firmenpleiten zu verhindern. Die Aussicht, auch nur einen Teil dieses Geldes wiederzusehen, war damals gering. Aber jetzt ist es so weit: Präsident Obama wird einige der Steuermilliarden wiedersehen - den neuen Aktionären sei Dank. Sie haben offensichtlich wieder Vertrauen in GM. Angestachelt durch ordentliche Quartalszahlen, investierten sie gestern kräftig in die neuen Papiere, hievten den Ausgabepreis auf ungeahnte Höhen. Dabei eine Rolle spielen wird die Erleichterung der Börsianer, nach dunklen Monaten endlich Licht zu sehen und sich als US-Bürger auf die Schulter klopfen zu können. Nach dem Motto: Wir sind wieder wer! Aber Vorsicht: Noch ist die Autokrise, gerade für General Motors und Chrysler, nicht vorbei. Die Pensionskassen schlucken noch Milliarden, und die Konkurrenz aus Asien und Europa bietet noch die überzeugenderen Spritsparer.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Ein Erfolg für GM, mehr nicht.

Essen. (Von Thomas Wels) Es ist verständlich, wenn Barack Obama versucht, die Welle des überaus erfolgreichen Börsengangs des Automobilriesen General Motors zu reiten. Der politisch schwer gebeutelte US-Präsident braucht nichts dringender als Erfolgsmeldungen aus der Wirtschaft. Die Wiederauferstehung von GM nach spektakulärer Verstaatlichung, knallharter Sanierung und nun gelungener Teilprivatisierung ist ein Meilenstein für die Auto-Industrie und Ausweis für die zupackende Art der Amerikaner. Eine ökonomische Wende für die "verzweifelten Staaten von Amerika" (Spiegel) bringt der Börsengang nicht. GM hat einen Gutteil seiner Hausaufgaben gemacht. Nicht mehr und nicht weniger. In Europa mit seinen Marken Opel und Vauxhall hat der Konzern noch einiges zu tun. Das Problem der Überkapazitäten ist in Deutschland lange nicht gelöst, einzelne Werke wie das in Bochum müssen hart um ihre Existenzberechtigung kämpfen. Es deutet aber einiges darauf hin, dass die Amerikaner deutsche Ingenieurleistung mehr wertschätzen als früher. Der Konzern weiß, was er an Opel hat. Und daran ändert der Börsengang erstmal nichts.

(ots/Redaktion)


 


 

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