Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Banken und Sparkassen

26,5 Millionen Bankkarten von Chipfehler betroffen

Offenbar wegen eines Programmierfehlers sind derzeit zahlreiche Bankkarten von einem "Jahr 2000-Fehler" betroffen. Nach Angaben des Verbandes der Privatbanken (Bankenverband) sind die auf den betroffenen Karten aufgebrachten Chip-Module nicht in der Lage, die Jahreszahl 2010 richtig zu verarbeiten. Zahlreiche Bankkunden konnten daher kurz nach dem Jahreswechsel kein Geld mehr abheben oder mit Karte bezahlen.

Keine Auswirkungen hat der Vorfall nach übereinstimmender Aussage der Spitzenverbände von Sparkassen und Privatbanken auf die Kartensicherheit. Betroffen sind nach ersten Schätzungen der Verbände Karten von insgesamt 26,5 Millionen Bankkunden. Während bei den Sparkassen etwas weniger als die Hälfte aller Karten betroffen sein soll, sprechen die genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken bundesweit von einem Satz von 15 Prozent. Alleine der Spitzenverband der privaten Banken erklärt, dass bei ihm nur knapp 10 Prozent der Karten betroffen seien. 

Bankkarten: Nur sechs Dienstleister

Da der Markt der Anbieter von Bankkarten aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen jedoch sehr überschaubar ist und nach Business-on.de-Informationen so gut wie alle Banken und Sparkassen auf die Dienste der selben sechs Dienstleister zurückgreifen, dürften sich die Zahlen aber auch bei den Privatbanken noch erhöhen. In jüngsten Medienberichten kursieren bereits höhere Zahlen.

Das niederländische Unternehmen Gemalto, welches sich selbst als einen der Hauptlieferanten für Bankkarten bezeichnet, gestand inzwischen ein, gemeinsam mit den betroffenen Banken nach einer Lösung für die Probleme mit den Karten zu suchen. Offenbar handelt es sich bei den betroffenen Karten um Produkte des Unternehmens.

Kein Geld im Ausland

Nach dem Bekanntwerden des Problems hatten die Banken und Sparkassen im Inland eiligst Änderungen an der Software ihrer Geldautomaten vorgenommen. Abhebungen sind dort i.d.R. wieder möglich. Zu Problemen kann es trotz der Software-Anpassungen dennoch weiterhin an Bezahlterminals in Geschäften und insbesondere im Ausland kommen. Betroffene Kunden im Ausland sollten sich auf den Internetseiten ihrer jeweiligen Bank über die Möglichkeiten und Wege informieren, wie sie kurzfristig noch auf andere Weise mit Geld versorgt werden können. Bankkunden, bei denen eine Reise ins Ausland ansteht, werden von den Banken und Sparkassen gebeten, bei ihrer Hausbank die Funktionsfähigkeit ihrer Bankkarte vor der Abreise überprüfen zu lassen.

Die Spitzenverbände von Banken und Sparkassen drückten darüber hinaus am Dienstag ihr Bedauern über den Vorfall aus und entschuldigten sich bei allen betroffenen Kunden. Derzeit bemüht man sich händeringend um Abhilfe. Im Blick hat man dabei insbesondere die ausländischen Geldautomaten, bei denen man auch auf eine Software-Anpassung drängen will, damit betroffene Urlauber kurzfritig wieder mit Geld versorgt werden können. Welche Kosten hierdurch entstehen, ist noch unklar. Die Banken und Sparkassen rechnen im schlimmsten Fall sogar mit einer Rückrufaktion mit Kosten in Millionenhöhe.

(Redaktion)


 


 

Girokarte
Bankkarte
Gemalto
Banken
Kreditkarte
Rückrufaktion
Ausland
Genossenschaftsbanken
Kreditkarte
Chipfehler
Terminals
2010

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Girokarte" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: