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Kommentar von Reinhard Kuls

Auf der Rüttelstrecke: Zum Ifo-Geschäftsklima

Nun hat also auch das Ifo-Institut einen Schreckbeitrag zu dem Fortsetzungsroman "Deutsche Konjunktur auf der Rüttelstrecke" geliefert. Bislang war der Geschäftsklimaindex der Münchener Konjunkturforscher mehr für die erbaulichen Kapitel zuständig, denn zehn Monate in Folge kannte das marktbewegende Stimmungsbarometer für die größte Volkswirtschaft der Eurozone nur eine Richtung: besser als im Monat davor.

Auch wenn die Auguren diesmal erneut auf dem falschen Fuß erwischt worden sind, nur eben auf dem zu positiven: Bange machen sollte die leichte Eintrübung im Ifo-Index nicht, ist ein Gutteil doch schlicht dem kalten Winter geschuldet. Zudem lehrt die Erfahrung, dass das, was so lange nur nach oben geht, zwischendurch auch ganz einfach einmal etwas zurücksetzt. Und sei es nur, um neuen Schwung zu holen. Eine Trendwende ist ein einzelnes Minus noch nicht. Nach gängiger Lesart sind dazu drei Rückgänge nötig, und das in Folge.

Neue Blase im Anmarsch?

Die Erholungspause im Ifo-Index kam zudem nicht wie aus völlig heiterem Himmel. Der etwas weiter vorneweg laufende Frühindikator des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, der inzwischen viermal in Folge etwas abbröckelte, ist ja bereits als Warner aufgetreten. Als Warner, dass der Aufschwung in Deutschland alles andere als nur ungestüm steil nach oben gerichtet ist.

Noch sind lange nicht alle Risikofaktoren für ein solides Wirtschaftswachstum ausgeräumt. Niemand kann mit Sicherheit sagen, dass nicht doch schon wieder die Bildung einer Blase eingesetzt hat, die mit neuerlichem großen Knall platzen könnte. Und niemand weiß, ob die noch immer prekäre Verschuldungssituation der US-Konsumenten sich nicht doch noch in einer weiteren Rezession entlädt.

Asien wieder mit beachtlicher Dynamik

Diesen latenten Risiken hat die Weltwirtschaft aber in einigen Regionen, etwa in Asien, bereits wieder eine beachtliche Dynamik entgegenzusetzen. Davon dürfte vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft profitieren. Und hierzulande zeigt der überraschend robuste Arbeitsmarkt bereits erste, sehr zarte Hinweise auf ein baldiges Erstarken. Er sorgt aller Voraussicht nach dafür, dass die deutsche Konjunktur auf der derzeitigen Holperstrecke zwar etwas durchgerüttelt wird, aber nicht vom Erholungskurs abkommt - und die ganze Geschichte doch noch gut ausgeht.

(Redaktion)


 


 

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