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Presse-Querschnitt

Meinungen zur Sammlung von Bewegungsprofilen auf dem iPhone

Hohe Wellen geschlagen hat in den Medien die Nachricht der IT-Experten Pete Warden und Alasdair Allan, dass sowohl iPhone, wie auch iPad unbemerkt vom Nutzer Bewegungsprofile sammeln. Noch dazu leicht abrufbar für Experten mit dem entsprechenden Know-how. Inzwischen bieten Warden und Allan mit dem "iPhone-Tracker" ein einfaches Tool für Jedermann an, mit dem sich die auf dem individuellen iPhone und iPad gespeicherten Ortungsdaten visualisieren lassen. business-on.de hat im Folgenden drei Medienmeinungen für Sie zusammengestellt.

Südwest Presse: Kommentar zu Apple

Ulm. "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", heißt ein Horrorfilm. Horror können iPhone-Besitzer jetzt auch bekommen, wenn sie daran denken, was ihr Handy ohne ihr Wissen eigentlich so treibt: Die Aufzeichnung, wo sich die Benutzer in den vergangenen Monaten wann aufhielten. Ist Apple außer Rand und Band? Würden Strafverfolgungsbehörden solche Bewegungsprofile von Millionen unschuldiger Bürger anfertigen, wäre die Empörung groß. Was hat es Apple etwa zu interessieren, dass der Handynutzer zum Beispiel am 21. April in Berlin zunächst in der Wohnung, dann im Kaufhaus und schließlich an einem See war? Heute läuft ohne Ortsbestimmung auf den Smartphones kaum mehr etwas. Viele Zusatzprogramme erleichtern den Alltag ihrer Benutzer, indem sie die nächste Bushaltestelle inklusive Abfahrtszeiten anzeigen. Milliardenschwer ist der neueste Hit in der Branche, potenzielle Kunden mit Sonderangeboten in nahegelegene Geschäfte zu locken. Aber dies sind zeitlich und örtlich eng eingegrenzte Angaben und keine monatelangen Aufzeichnungen. Das vielgescholtene Unternehmen Google macht es besser. Es weist bei seinem Verfolgungsprogramm Latitude immer wieder auf die Folgen hin und bietet Möglichkeiten, abzuschalten. Sicher: Mit unseren Daten bezahlen wir Bequemlichkeit und kostenlose Dienste. Aber alles hat seine Grenzen. Bundesdatenschutzbauftragter Peter Schaar - übernehmen Sie!


Neue Westfälische: Die Arroganz der Macht

Bielefeld. (Von Matthias Tonhäuser) "Wo bist du gerade?" Diese Frage ist im Handy-Zeitalter allgegenwärtig geworden. Nachdem zwei Forscher publik gemacht haben, dass iPhones und iPads die Bewegungsdaten ihrer Nutzer aufzeichnen, lassen sich nun auch folgende Fragen beantworten: Wo warst du gestern? Wo warst du letzten Monat? Wo warst du am 17. November 2010 um 15:45 Uhr und 16 Sekunden? Das ist ein Skandal! Bislang hat sich Apple zwar nicht zu der Angelegenheit geäußert, und so bleibt unklar, ob der kalifornische Computerhersteller die Daten absichtlich so leicht erreichbar abgelegt hat. Auch gibt es zurzeit keinen Beweis dafür, dass die gesammelten Positionsdaten an Apple übermittelt wurden. Wer das Unternehmen aber längere Zeit beobachtet hat, den beschleicht das Gefühl, dass Bedenken und Beschwerden der Nutzer ohnehin nicht so ernst genommen werden. Apple lässt sich lange Zeit, auf Fragen zu antworten - auch im aktuellen Fall ist das so. Das ist die Arroganz der Macht. Wenn der Bundesdatenschutzbeauftragte nun ein Gesetz zur Regelung von Ortungsdiensten auf Handys fordert, zeigt dies ein grundsätzliches Dilemma. Die Firmen entwickeln so rasant neue Techniken, dass der Gesetzgeber gar nicht schnell genug neue Gesetze erlassen kann. Dieses Dilemma lässt sich nicht lösen, nur abmildern. Durch kundige Politiker und Beamte, kluge Gesetze - und einen geregelten Wettbewerb zwischen den großen Technologiekonzernen.

Neue Osnabrücker Zeitung: Verapplet worden?

Osnabrück. iPhones und iPads wissen, wo wir gerade sind, aber vor allem auch - wo wir waren. Einige Apple-Nutzer dürfte diese Nachricht in dieser Woche beunruhigt haben - zumindest diejenigen, die es nicht wussten. Denn neu ist diese Erkenntnis nicht, sie blieb bislang nur der breiten Öffentlichkeit verborgen. Aber wie schlimm ist das eigentlich? Millionen Menschen posten auf Facebook Fotos aus dem Urlaub , stellen bei Xing ihre kompletten Lebensläufe und Kontaktdaten ein oder halten die Welt über den Kurznachrichtendienst Twitter über ihre Partyerlebnisse auf dem Laufenden. Das alles sind eigentlich sensible Daten und Informationen, aber sie landen dennoch online - zugänglich für einen erlesenen Kreis von im Durchschnitt 100 Freunden oder auch mal die ganze digitale Welt. Macht es also noch einen Unterschied, ob Apple nun unsere Bewegungsdaten speichert? Die Antwort ist Ja. Was bei Apple passiert, liegt nicht in unserer Hand. Und auch wenn das Unternehmen auf die Verwendung der Nutzerdaten hinweist, geht daraus nicht hervor, dass die Daten über Monate oder sogar Jahre gespeichert werden - und erst recht nicht, dass sie bei der Synchronisation des Gerätes unverschlüsselt auf dem Computer landen. Noch ist nicht geklärt, ob die Nutzer wissentlich verapplet wurden oder ob es sich um eine schlampige Programmierung handelt. Apple ist nun in der Pflicht, seine Kunden aufzuklären - und zwar sofort.


(Redaktion / ots)


 


 

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1 Kommentar

von QnXQLZmimS
03.05.11 22:16 Uhr
qixFKMMxpqah

IJWTS wow! Why can't I think of tihgns like that?

 

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