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Gesunkene Autofähre "Baltic Ace"

Nordsee gibt vermisste Crew-Mitglieder nach Schiffsunglück nicht preis

Nach der tragischen Kollision der RoRo-Autofähre "Baltic Ace" und des Containerschiffs "Corvus J" am Mittwoch bleiben die vermissten 6 Besatzungsmitglieder weiter in der Nordsee verschollen. Die Rettungsmaßnahmen wurden zwischenzeitlich eingestellt.

Von Onur Yamac

Das Schiffsunglück hatte sich etwa 100 Kilometer vom Hafen Rotterdam entfernt auf See ereignet. Nach der Kollision dem Containerschiff "Corvus J" der Reederei Jüngerhans aus dem emslänischen Haren, war die "Baltic Ace" Leck geschlagen und innerhalb von nur 15 Minuten gesunken. Die Besatzung der stark am Bug beschädigten "Corvus J" konnte sich in der Folge noch an der Rettungsaktion für die Besatzung der gesunkenen RoRo-Autofähre beteiligen, an der auch weitere Schiffe teilnahmen, die sich zum Unglückszeitpunkt gegen 19:15 Uhr zufällig im betreffenden Seegebiet befunden hatten.

Seenotrettungsboote und Marineschiffe zusammengezogen

Die zwischenzeitlich alarmierte Küstenwache der Niederlande hatte in der Folge im Rahmen einer Rettungsaktion Küstenwachboote, Rettungskreuzer der Seenotrettungsorganisation KNRM, Hubschrauber und Marineschiffe im Unglücksgebiet auf See zusammengezogen. gegen 22:00 Uhr am selben Abend konnten schließlich 13 Besatzungsmitglieder der insgesamt 24-köpfigen Crew der "Baltic Ace" geborgen werden. Ebenso geborgen wurden im Laufe des Abends 5 leblose Körper von Crew-Mitgliedern. Vermisst bleiben 6 weitere Mitglieder der Crew. Ihre sterblichen Überreste sind bislang nicht gefunden werden. Es ist unklar, ob sie es überhaupt von Bord der "Baltic Ace" geschafft haben.

Die Rettungsarbeiten waren Mittwochnacht zunächst wegen schwieriger Wetterbedingungen und starken Wellengangs eingestellt worden. Die Marineschiffe HR. ms. "Friesland" und HR. ms. "Groningen" patroullierten dennoch weiter im Unglücksbereich. Sie wurden im Laufe des frühen Donnerstagmorgens von den Bereitschaftsbooten "Scheveningen" und "Hoek Van Holland" unterstützt. Dennoch wurde die Suchaktion mit Einbruch der Dunkelheit am Donnerstagabend final beendet. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen in der Nordsee sah Sprecher Marcel Oldenburger von der niederländischen Küstenwache aber bereits am Donnerstag nur noch geringe Überlebenschancen für die vermissten Besatzungsmitglieder. Er sollte offensichtlich Recht behalten.

"Corvus J" auf der Rolandwerft in Berne gebaut

Die 148 Meter lange und 25 Meter breite "Baltic Ace" (23.498 BRZ) war erst im Jahr 2007 von einer Werft in Polen abgeliefert worden. Das Schiff fuhr unter der Flagge der Bahamas. Reeder des gesunkenen Schiffes war das Unternehmen Baltic Highway, bereedert wurde das Unglücksschiff von  Stamco Ship Management Co. Ltd . im griechischen Piräus. 

Das ebenfalls an der Kollision beteiligte Containerschiff "Corvus J" (6.370 BRZ) ist ein Gemeinschaftsbau der Peene-Werft in Wolgast und der Rolandwerft in Berne (Landkreis Wesermarsch). Das 134 Meter lange und 19 Meter breite Schiff war von der Hegemann Werften Management GmbH in Berlin entwickelt worden. Bereedert wird das Frachtschiff von der Reederei Jüngerhans aus dem emsländischen Haren. Es fährt unter der Flagge von Zypern.

Die "Baltic Ace" hatte zum Unglückszeitpunkt rund 1.400 Autos geladen und war von Zeebrugge (Belgien) nach Kotka (Finnland) unterwegs. Die "Corvus J" war zeitgleich auf dem Weg von Grangemouth (Schottland) nach Antwerpen (Belgien). Beide Schiffe befanden sich zum Unglückszeitpunkt in einer der am dichtesten befahrenen Wasserstraßen weltweit. Im Unglücksbereich kreuzen sich zudem die Routen verschiedener Schiffslinien.

(Red. / oy)


 


 

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