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  • 04.09.2012, 08:32 Uhr
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  • Berlin/Frankfurt/Main
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Gewerkschaft

UFO weitet Schwerpunktstreiks auf drei Flughäfen aus

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO erhöht mit Streiks an drei deutschen Flughäfen den Druck auf die Lufthansa. Das Kabinenpersonal legte im Arbeitskampf für höhere Löhne und gegen den Einsatz von Leiharbeitern am Dienstagmorgen um 5:00 Uhr in Berlin und eine Stunde später auch in Frankfurt am Main für acht Stunden die Arbeit nieder.


Von Jürgen Voges

Ab 13:00 Uhr will UFO auch am Münchener Flughafen für elf Stunden Lufthansaflüge bestreiken, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Airline strich an den drei Flughäfen zunächst 204 Flüge.

UFO rechnete für den gesamten Tag mit dem Ausfall von etwa 400 Flugverbindungen der Kranichlinie. Im Frankfurt, wo die meisten Flüge ausfallen, nannte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther die Streiktaktik der Gewerkschaft "unerträglich". Er fordert sie auf an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Die Türen dafür sind weit offen", betonte er. Das Lohnangebot der Lufthansa an die Gewerkschaft habe sich nicht verändert.

Viele Passagiere hatten sich offenbar auf den Ausstand vorbereitet und bereits rechtzeitig umgebucht. In Berlin-Tegel blieben die Streikauswirkungen zunächst gering. Bis zum Mittag wurden elf Flugverbindungen vor allem nach Frankfurt gestrichen. Die UFO rechnet an diesem Standort mit einer geringeren Streikbeteiligung als in Frankfurt, da in Berlin seit dem 3. Juli Leiharbeitskräfte von der Lufthansa beschäftigt werden, die um ihre Arbeitsplätze bangen.

In Frankfurt eröffnete die Lufthansa um 5:00 Uhr Umbuchungsschalter für vom Streik betroffene Passagiere. Gegen 6:00 Uhr standen vor den speziell eingerichteten Schaltern nur wenige Hundert Reisende an. Offensichtlich hatten sich in der Nacht viele Ticketinhaber im Internet über den Status ihrer Verbindung informiert. Am vergangenem Freitag, dem ersten Streiktag der Flugbegleitergewerkschaft UFO, hatten Tausende gestrandete Passagiere das Frankfurter Terminal gefüllt.
UFO will notfalls flächendeckend streiken

Für den Fall, dass das bestreikte Unternehmen nicht einlenkt, kündigte UFO-Vorsitzender Nicoley Baublies eine flächendeckende Ausweitung des Arbeitskampfes an. Es liege nun an der Lufthansa, ihre "Null-Kommunikation" gegenüber seiner Organisation einzustellen, sagte Baublies der Nachrichtenagentur dapd. Das bisherige Angebot von 3,5 Prozent sei völlig unzureichend. Dem stehe zudem eine 20-prozentige Gehaltskürzung gegenüber. UFO fordert unter anderem fünf Prozent höhere Gehälter und den Verzicht auf Leiharbeit.

Im ZDF-"Morgenmagazin wies Baublies Vorwürfe wegen der Ausweitung der Warnstreiks zurück. "Von einer Unverhältnismäßigkeit kann nicht die Rede sein", sagte er und versicherte, die Gewerkschaft habe sich bereit erklärt, in einer "Gesamtlösung" Lohneinbußen für eine Absicherung der Arbeitsplätze zu akzeptieren. Die Verhandlungen seien jedoch "leider gescheitert". Jetzt gehe es nur noch um das Gehalt , sagte der UFO-Chef.

Ein Lufthansa-Sprecher bedauerte, dass die Fluggäste in einen Konflikt hineingezogen würden, der am Verhandlungstisch gelöst werden könne. Die Lufthansa habe kein Verständnis dafür, dass die Streikankündigungen "häppchenweise und im Stundentakt" von der UFO mitgeteilt würden. Die Fluggesellschaft sei bemüht, ihre Passagiere rechtzeitig über Ausfälle und Verspätungen etwa im Internet auf der Homepage www.lufthansa.de zu informieren.

(dapd)


 


 

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