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Landesbank schließt Sanierungsphase ab

HSH Nordbank beendet Halbjahr mit Gewinn

Die HSH Nordbank ist aus dem ersten Halbjahr 2011 mit einem deutlichen Gewinn hervorgegangen. Während die Bank im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch einen Verlust von 380 Millionen Euro ausgewiesen hatte, erzielte das Institut in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Konzernüberschuss nach Steuern von 338 Millionen Euro, wie Vorstand Constantin von Oesterreich am Freitag in Hamburg sagte.

Von Michael Best

 Das Ergebnis vor Restrukturierung habe im gleichen Zeitraum 697 Millionen Euro betragen, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch bei minus 110 Millionen Euro gelegen hatte.

Die HSH sei auf gutem Wege, ihre öffentlichen Garantien abzubauen, sagte der Vorstand. So sei für 2011 die weitere Reduzierung der Zweitverlustgarantie auf sieben Milliarden Euro und bis Mitte 2012 die vollständige Rückzahlung der vom Bankenrettungsfonds SoFFin garantierten Anleihen über sechs Milliarden geplant. Insgesamt habe die HSH seit Beginn der Restrukturierung bereits etwa 1,2 Milliarden Euro für öffentliche Garantien zurückgezahlt. Allein die beiden Eignerländer hatten mit 13 Milliarden Euro gebürgt.

Oesterrreich zufolge ist geplant, 2015 die letzte Milliarde zurückzuzahlen. Allein in diesem Jahr sei eine Einmalzahlung an Hamburg und Schleswig-Holstein in Höhe von 500 Millionen Euro vorgesehen. Deshalb werde die HSH 2011 insgesamt voraussichtlich kein positives Ergebnis erreichen können. Aktuell ließen sich aber noch keine konkreten Zahlen nennen.

Nach Einschätzung des neuen Vorstandsvorsitzenden Paul Lerbinger belegt das Ergebnis des ersten Halbjahres, dass die eigentliche Sanierungsphase abgeschlossen sei. Lerbinger sprach vor dem Hintergrund der am Vortag veröffentlichten Umgestaltungspläne für die Bank von einer wichtigen Zäsur, um das operative Ergebnis deutlich zu stabilisieren. "Am Ende wird nichts weniger als eine neue HSH Nordbank stehen", sagte Lerbinger. "Wir bekommen nun endlich die Planungssicherheit, auf die wir so lange warten mussten", sagte der Vorstandschef.

Keine Dividendenausschüttung bis 2014

Die HSH stehe vor "schmerzhaften Einschnitten". Am Ende stehe eine kleinere, aber gesunde und wettbewerbsfähigere Bank. "Wir wollen das wendige Schnellboot sein, das die schwerfälligen Supertanker ausmanövriert", sagte Lerbinger.

Der Vorstandschef verwies darauf, dass die EU-Kommission auf ihre Ursprungsforderung verzichtet habe, dass die HSH einen neuen Eigentümer erhalte. "Damit bleiben wir Herr im eigenen Hause", sagte Lerbinger, aber der Preis seien nochmals verschärfte EU-Forderungen. "Wir gehen davon aus, dass wir bis einschließlich 2014 keine Dividende an die Aktionäre ausschütten werden", sagte Lerbinger.

Betriebsbedingte Kündigungen möglich

Bei der geplanten Reduzierung der Vollzeitstellen um 30 Prozent in den nächsten drei Jahren schloss Lerbinger auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus, die HSH werde aber alles versuchen, sie zu vermeiden. Es werde "keinen Stellenabbau nach dem Rasenmäherprinzip" geben.

Am stärksten betroffen seien die Auslandsstandorte und die Töchter, in Hamburg und Kiel werde in gleichem Maße reduziert. Konkrete Angaben konnte Lerbinger jedoch noch nicht machen. Bei den Mitarbeitern in Kiel habe am Freitag bereits "tiefe Betroffenheit" geherrscht. Zur Reduzierung des Verwaltungsaufwandes von 944 auf 620 Millionen Euro gebe es jedoch keine Alternative.

Nach einer Einigung zwischen der EU-Kommission und den Eignerländern sollen bis 2014 unter anderem weitere 900 Vollzeitstellen wegfallen. Die Landesbank der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein trennt sich von Bereichen wie der Flugzeug- und Immobilienfinanzierung und schließt Auslandsstandorte.

(dapd )


 


 

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