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Nur wenige Riesenlaster unterwegs

Bürokratie bremst Gigaliner weitgehend aus

Die Gigaliner kommen nur langsam in Fahrt. Nur ganz wenige überlange Lastzüge gehen voraussichtlich am 5. März zum offiziellen Auftakt des Feldversuchs an den Start. Bisher fährt noch kein überlanger Lastwagen im Rahmen des Versuchs. Das liegt teils an bürokratischen Hemmnissen, teils am Wetter. Spediteure vermuten hinter der aufwendigen Genehmigungspraxis für Fahrzeuge und Fahrtrouten auch ideologische Motive.

Von Thomas Rietig

Der Feldversuch, den sieben Bundesländer förmlich unterstützen, soll die Praxistauglichkeit von 25,25 Meter langen Lastzügen erweisen. Bisher liegt die Grenze bei 18,75 Meter. Das zulässige Gesamtgewicht der Züge wird nicht erhöht, es bleibt bei 40 Tonnen für konventionelle Transporte und 44 Tonnen für Kombinierten Verkehr, also im wesentlichen Containertransporte. Befahren dürfen die "Lang-Lkw", wie sie offiziell heißen, nur ein festgelegtes Netz von Bundesfern- und ganz wenigen Landes- und Gemeindestraßen.

Winterliche Verkehrsverhältnisse ausgespart

De jure hat der Versuch, der unter anderem von der Bundesanstalt für Straßenwesen wissenschaftlich begleitet wird, zu Jahresanfang begonnen; die Periode extrem winterlicher Verkehrsverhältnisse wurde aber bewusst ausgespart. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ließ den Versuch auf 400 Lastzüge auslegen.

Das Ministerium begründete den offensichtlich verhaltenen Start damit, dass sich die Spediteure erst auf den Versuch vorbereiten müssten, und argumentierte, dass die Teilnehmer sich auch noch später anmelden könnten. Die Auftaktveranstaltung soll auf dem Werksgelände des Nutzfahrzeugherstellers MAN in München stattfinden.

Sowohl das Ministerium als auch Verbandsvertreter bestätigten eine Meldung der Fachzeitschrift "transaktuell", wonach von den Werksgeländen der beiden anderen großen deutschen Hersteller für infrage kommende Zugmaschinen, Daimler und Iveco, keine Straßen zu dem für Riesenlaster zugelassenen Netz führen. Sie produzieren in Baden-Württemberg, das sich dem Feldversuch verweigert.

Der Hauptgeschäftsführer des Speditionsverbands BGL, Karlheinz Schmidt, beklagte dagegen auf dapd-Anfrage, dass "die letzte Meile" der jeweiligen Fahrtrouten nicht geregelt sei. In Schleswig-Holstein etwa hätten Kommunalverwaltungen die Genehmigungen für die Züge aus Sattelschlepper und Anhänger auf Gemeindestraßen verweigert.

Schmidt monierte auch, dass selbst die Formularentwürfe für die mitzuführenden Bescheinigungen erst in den vergangenen Tagen fertig geworden seien. Er gab außerdem zu bedenken, dass nicht nur die verschiedenen möglichen Kombinationen über die Zulassung beim TÜV hinaus bei der Bundesanstalt für Straßenwesen angemeldet sein und die jeweiligen Fahrtrouten genehmigt werden müssten.

(dapd )


 


 

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