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Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Atomkraft

Am Dienstagmorgen haben Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace unmittelbar unter dem Schriftzug "Dem Deutschen Volke" am Westportal des Berliner Reichstags ein Banner gehisst. Sie protestieren damit eigenen Angaben zufolge gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Pikantes Detail: noch kurz zuvor hatte am Westportal unter Beisein von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Live-Übertragung für das ARD-Morgenprogramm stattgefunden.

15 Greenpeace-Aktivisten waren auf das Reichstagsgebäude geklettert, um für den Atomausstieg zu demonstrieren. Unter der Inschrift "Dem Deutschen Volke" am Westportal des Gebäudes, haben die Aktivisten ein drei mal 15 Meter großes Transparent mit den Worten "... eine Zukunft ohne Atomkraft" angebracht. Nach den Ergebnissen einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage bei TNS-Infratest, sprechen sich 91 Prozent der Deutschen dafür aus, dass im Jahr 2050 die Erneuerbaren Energien die bedeutendste Rolle in der Energieversorgung Deutschlands spielen sollten. 

Greenpeace stellt eigene Energiestudie vor

"Die Menschen in Deutschland wollen eine Zukunft ohne Atomkraft", sagte heute Atomexperte Tobias Münchmeyer von Greenpeace. "In einer Demokratie ist die Bevölkerung der Souverän, nicht Konzerne wie Vattenfall, E.on oder RWE. Die Politik muss dem Willen der Menschen folgen und für einen möglichst schnellen Ausstieg aus der gefährlichen und innovationsfeindlichen Atomkraft eintreten." Mit einem eigenen Energiekonzept für Deutschland unter dem Titel "Klimaschutz: Plan B 2050" will Greenpeace aufzeigen, dass eine hundertprozentige Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien bis 2050 realisiert werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, dürfe es jedoch nicht zu einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke kommen, denn Atomstrom behindere die Einspeisung des Stroms aus Erneuerbaren Energien in die Stromnetze und blockiere somit den Ausbau der Erneuerbaren Energien, erläuterte Greenpeace die Agenda.

Atomkraft vs. intelligente Stromnetze

Ungelöst ist in diesem Zusammenhang die Frage der Zwischenspeicherung von Strom aus Erneuerbaren Energienquellen. Dieser wird manchmal am Bedarf der Menschen vorbei immer dann produziert, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. An intelligenten Zwischenspeichermöglichkeiten fehlt es derzeit noch, sodass die Energiekonzerne derzeit immer noch Kraftwerke im Hintegrund vorhalten müssen, um diese ggf. anzufahren, wenn sich beispielsweise Windkraftanlagen mangels Windes einmal nicht drehen. Greenpeace kann in diesem Punkt nur darauf hoffen, dass Spitzen-Institute wie das E.On ERC in Aachen (NRW) oder das noch junge Next Energy in Oldenburg auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren noch erhebliche Fortschritte machen und beispielsweise intelligente Stromnetze zur Anwendungsreife bringen. Danach ist noch die Hürde der Marktetablierung zu meistern, denn die Energieriesen würden bei verlängerten Laufzeiten der Atomkraftwerke sehr genau gegenrechnen, ob man nicht beispielsweise auch weiterhin einen abgeschriebenen Atom-Meiler für wind- und sonnenarme Zeiten vorhalten kann, anstelle in womöglich teure intelligente Stromnetze zu investieren. Hier käme dann wieder die Argumentation von Greenpeace zum Tragen, da  der billige Atomstrom auf diese Weise die Erneuerbaren Energien dauerhaft aushebeln würde.

Treck von Atomkraftgegnern auf dem Weg nach Berlin

Am kommenden Samstag, den 5. September, wollen außerdem Bürgerinitiativen und Umweltverbände gemeinsam mit zehntausenden Menschen in Berlin ein Zeichen gegen die Atomkraft setzen. Unter dem Motto "Mal richtig abschalten" werden sie gegen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke und ein Endlager in Gorleben demonstrieren. Derzeit ist auch eine bundesweite Sternfahrt von Atomkraftgegenern auf dem Weg gen Berlin. Letztere wird ebenfalls am Samstag an der Spree erwartet.

(Redaktion)


 


 

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