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Großübung "LÜKEX"

Bei Anschlägen und Katastrophen spielt auch Twitter eine Rolle

Bis zum Donnerstag fand eine der größten Katastrophenschutzübungen der deutschen Nachkriegsgeschichte statt. Das komplexe Übungszenario dauerte 36 Stunden - alle 16 Bundesländer und alleine 20 betroffene Bundesbehörden übten gemeinsam die Bewältigung von Krisen in außergewöhnlichen Gefahren- und Schadenslagen. Und zwar bei Tag und Nacht . Auch Twitter-Meldungen spielten eine Rolle

"Die Übungsserie trägt erheblich zur Weiterentwicklung der gesamtstaatlichen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung bei“, sagte Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). LÜKEX-Übungen hatte es in den vergangenen Jahren auch bereits unter Beteiligung von Niedersachsen und u.a. Berlin, Hamburg, Baden-Württemberg, Sachsen und Schleswig-Holstein gegeben.

Drehbuch mit fast 1.000 Übungseinlagen

Die komplexe Übung war zirka zwei Jahre intensiv vorbereitet worden. Das Drehbuch umfasste in den vergangenen Tagen 974 Übungseinlagen, darunter auch simulierte Twitter-Meldungen. Das soziale Netzwerk im Internet hatte bereits mehrfach für Aufsehen gesorgt, da sich dort korrekte, aber auch fingierte Meldungen blitzschnell verbreiteten. Neben dem klassischen Feld der Medien, wie TV, Radio und Print, sehen sich die Helfer durch die heutige Vielzahl der Angebote auch im Internet vor neuen Herausforderungen bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Das Übungsszenario der letzten Tage beinhaltete mehrere Anschlagsdrohungen, aber auch mehrere simulierte Anschläge mit Sprengstoff. Auch die Herausforderungen beim Umgang mit sog "schmutzigen Bomben" waren Bestandteil der Übung. Insgesamt nahmen nach Angaben aus beteiligen Behörden des Bundes bundesweit rund 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Übung teil. Auch die Nachsorge und Opfer- und Angehörigenhilfe wurde im Rahmen der Übung simuliert. Angehörige haben erfahrungsgemäß Sorge um ihre Angehörigen und rufen bei Katastrophen massenhaft bei Polizei, Feuerwehr  und Rettungsdiensten an.

„LÜKEX ist mehr als eine Übung, wir sprechen von dem ‚System LÜKEX’ " (BBK-Präsident Christoph Unger)

„LÜKEX ist mehr als eine Übung, wir sprechen von dem ‚System LÜKEX’. Lange vor den Übungstagen haben meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Ausbildungsmaßnahmen begonnen, Coachings in den Ländern veranstaltet und fachspezifische Workshops durchgeführt“, sagte BBK-Präsident Unger. Der Kunstbegriff "LÜKEX" steht hierbei für „LänderÜbergreifende Krisenmanagement-EXercise). Der englische Begriff "Exercise" ist insbesondere für die internationale Verständigung von Bedeutung und beugt Missverständnissen in den Kommunikation mit Einsatzkräften aus anderen Ländern vor.

Hunderte Einsatzfahrzeuge auf der Autobahn A 59

Am Flughafen Köln-Bonn war am Mittwoch ein Anschlag auf ein Flugzeug simuliert worden. Alleine dort waren 1.700 Einsatzkräfte im Einsatz.  Auch ein Selbstmordattentäter sprengte sich im Zuge dessen in die Luft. Einsatzkräfte mussten sich dabei zudem mit einer radioaktiven Kontaminierung ihrer Kollegen auseinandersetzen. Vor Ort hatte man eigens radioaktives Material ausgelegt, damit man realitätsnah arbeiten konnte.

Aus dem gesamten Regierungsbezirk Köln, darunter den Kreisen Aachen, Düren, Heinsberg, Euskirchen, Rhein Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, sowie den Städten Leverkusen, Bonn und Aachen; eilten hunderte Einsatzkräfte herbei. Da die Übung auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn durchgeführt worden war, war der Flugverkehr nicht von der Übung betroffen. Zu Verkehrsbehinderungen kam es jedoch am Autobahnkreuz nahe des Flughafens aufgrund der zahlreichen Einsatzfahrzeuge auf der Autobahn A 59. Neben der Feuerwehr rückte auch die Polizei mit rund 1.000 Beamten vor Ort an.

Vorbereitung auf den Tag X

Zeitgleich simuliert wurden im Rahmen der Lükex-Übung Anschläge auf eine Fabrik sowie bei Großveranstaltungen. Diese Einsatzszenarien fanden in den Städten Dormagen, Gummersbach und Lemgo statt. Vereinzelt stellte man auch Defizite im Ablauf fest. Das will man bekanntlich im Realfall besser machen. Ebenso bekannt ist, dass sich diesen aber niemand recht herbeiwünscht. Die Übung bleibt damit eine verantwortungsvolle Vorbereitung auf einen Tag, der hoffentlich niemals eintritt.

(ots / Onur Yamac)


 


 

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