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"Günstige Sozialprognose"

Verlagserbe Falk wird im August 2011 vorzeitig aus Haft entlassen

Der wegen versuchten Millionenbetrugs zu vier Jahren Gefängnis verurteilte Verlagserbe Alexander Falk wird vorzeitig aus der Haft entlassen. "Er kommt in der ersten Augusthälfte frei", sagte der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, Bernd Mauruschat, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd.

Von Claus-Peter Tiemann

Falk habe zwei Drittel der Haftzeit verbüßt, der Rest werde auf Beschluss der Strafvollstreckungskammer zur Bewährung ausgesetzt, sagte der Sprecher. Es liege eine "positive Sozialprognose" vor, sagte er zur Begründung.

Das Landgericht Hamburg hatte Falk 2008 wegen versuchten Betrugs und anderer Delikte zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Als Verwaltungsratsvorsitzender hatte er den Wert seiner Internet-Firma Ision durch Scheinrechnungen manipuliert, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen, wie das Gericht damals urteilte. Die englische Firma Energis zahlte laut Landgericht mindestens 30 Millionen Euro mehr, als es dem Marktwert entsprach.

22 Monate in U-Haft

Falk hatte seine Haftstrafe erst im November 2010 angetreten, nachdem er ohne Erfolg bis zum Bundesgerichtshof gegen die Verurteilung gekämpft hatte. Während der Ermittlungen und des Verfahrens hatte er 22 Monate in Untersuchungshaft gesessen.

Falk galt im Jahr 2000 als einer der Stars der New Economy. Sein Vater hatte den gleichnamigen Stadtplan-Verlag gegründet, den der Sohn 1995 im Alter von 26 Jahren erbte. Er verkaufte das Unternehmen für rund 25 Millionen Euro.

Falk investierte dann in die Schweizer Holding Distefora und den Internet-Dienstleister Ision. Der Manager und mehrere Mitangeklagte haben nach Überzeugung der Richter den Wert der Firma Ision durch Scheingeschäfte künstlich in die Höhe getrieben, um am damaligen Neuen Markt einen weit überhöhten Verkaufspreis zu erzielen.

Falks ganzes Firmenimperium brach mit dem Niedergang des Neuen Marktes zusammen. Die Verteidiger Falks hatten bei einer Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof erklärt, dass gegen Falk inzwischen auch zivilrechtlich vorgegangen werde und er eine eidesstattliche Versicherung wegen Zahlungsunfähigkeit habe abgeben müssen.

(dapd )


 


 

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