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Taxifahrer-Mord

Zehn Jahre Haft für Micky M.

Nach dem Mord an Taxifahrer Erhard P. (58) hat das Landgericht Oldenburg am Donnerstag sein Urteil gefällt. Der erst 20-jährige Micky M. aus der Wesermarsch ist demnach schuldig, den Taxifahrer am 25. September in der Nähe von Oldenburg ermordet und wenig später in der Nähe von Bremen auf eine Taxifahrerin aus Delmenhorst eingestochen zu haben.

Damit hat Micky M. von der Jugendstrafkammer unter dem Vorsitzenden Richter Dietrich Janßen die höchstmögliche Strafe für einen Jugendlichen kassiert.

Vorsitzender Richter: besondere Kaltblütigkeit

Die Nebenklage drängte während des Prozesses darauf, den 20-Jährigen nach Erwachsenenstrafrecht zu behandeln, konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da ein Gutachten Micky M. noch nicht die geistige Reife eines Erwachsenen bescheinigte. Auch die Abhängigkeit von den Eltern wurde darin zu Gunsten des Beschuldigten gewertet.

Dennoch wertete das Gericht zu Ungunsten des Jugendlichen, dass die Taten mit großer Kaltblütigkeit begangen worden waren. Bis Micky M. auf sie einstach, ahnten die beiden Taxifahrer nicht, dass der junge Mann auf dem Beifahrersitz wenig später ein Messer zücken wird. Die an Händen, Brust, Armen und Rücken schwer verletzte  Taxifahrerin aus Delmenhorst erklärte vor Gericht beispielsweise, dass sie sich während der Fahrt noch ganz unbekümmert mit dem nett wirkenden jungen Mann unterhalten habe, ehe der auf sie einstach.

Bis zuletzt stritt Micky M. vor Gericht den Mord an Taxifahrer Erhard P. ab. Zwar entschuldigte er sich im Gerichtssaal bei der von ihm schwer verletzten Taxifahrerin aus Delmenhorst, die von ihrem Anwalt in der Nebenklage vertreten wurde, gegenüber der ebenfalls anwesenden Witwe von Erhard P. wurde er Gerichtssaal jedoch schmallippig. Da er die Tat an ihrem Mann nicht begangen habe, könne er sich auch nicht für diese entschuldigen, führte er gegenüber der Frau aus, die noch heute schwer unter dem plötzlichen Verlust ihres Mannes leidet.

DNA-Spuren und Zeugenaussagen belasten Micky M.

Zeugenaussagen und DNA-Gutachten sprachen freilich nicht zu Gunsten des 20-Jährigen. Auch wertete das Gericht es als besonders kaltblütig, dass Micky M. am Abend nach dem Taxifahrer-Mord noch mit seinen Eltern zu Abend aß und sich am Tag darauf von einer Taxifahrerin aus Delmenhorst nach Stuhr (Landkreis Diepholz) fahren ließ und dort ebenfalls auf diese einstach. Als Motiv erkannte das Gericht Habgier. Micky M. hatte während des Prozesses angegeben, den finanziellen Ansprüchen seiner Freundin nicht mehr gewachsen gewesen zu sein.

Das Gericht sah die Tatmerkmale für Mord, räuberische Erpressung und schwere Körperverletzung erfüllt und sprach letztlich die Höchststraße aus. Das Urteil entsprach damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Nicht durchsetzen konnte sich beim Strafmaß hingegen der Rechtsanwalt von Micky M. - er hatte sich für ein milderes Urteil für seinen Mandanten eingesetzt, der für seine schrecklichen Taten an Taxifahrern nun aller Voraussicht nach ein Jahrzehnt seines Lebens im Gefängnis verbingen wird.

(Redaktion)


 


 

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