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Deutsche Telekom

Konzernüberschuss schrumpft im ersten Halbjahr um ein Drittel

Hohe Kosten für Vorruheständler in Deutschland und ein schwächelndes Europageschäft drücken auf den Gewinn der Deutschen Telekom. Der Bonner Telekommunikationsriese verdiente im ersten Halbjahr mit 828 Millionen Euro ein Drittel weniger als im gleichen Zeitraum 2010, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Auch beim Umsatz musste die Telekom Federn lassen. Mit 29 Milliarden Euro fiel er um 7,2 Prozent niedriger aus.

Von Frank Bretschneider

Allein im zweiten Quartal gab die Telekom über eine halbe Milliarde Euro für seine Frühpensionäre aus. Insgesamt stiegen die Personalkosten um 16,2 Prozent, trotz eines Rückgangs der Beschäftigtenzahl um vier Prozent auf rund 242.000. Zudem ging der Gewinn im Europageschäft gegenüber dem ersten Vierteljahr um acht Prozent zurück. Vor allem die kriselnde Wirtschaft in Griechenland und Rumänien machte den dortigen Telekom-Töchtern zu schaffen. Insgesamt ist die Telekom in 13 Ländern vor allem in Osteuropa - darunter Ungarn, Polen und die Tschechische Republik - engagiert.

Zufrieden zeigte sich die Telekom unterdessen mit ihrem Heimatmarkt Deutschland. Der um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsgewinn blieb im Quartalsvergleich stabil. Erstmals überstieg im zweiten Quartal die Zahl der Breitbandanschlüsse die der herkömmlichen Telefonanschlüsse. Beim mobilen Internet konnte die Telekom durch den Smartphone-Boom den Umsatz sogar um über 30 Prozent steigern.

Gewinnziel 2011 bestätigt

Vorstandschef René Obermann bestätigte zugleich das Gewinnziel des Konzerns für das laufende Jahr. "Auch wenn uns diese Zahlen nicht jubeln lassen, liefern sie dennoch Grund zur Zuversicht", sagte er zu den Halbjahreszahlen. So will der Konzern im fortzuführenden Geschäft 2011 weiterhin ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen ( Ebitda ) von rund 14,9 Milliarden Euro einfahren.

Die Märkte seien aber weiter "hart umkämpft" und der "Druck auf Preise und Kosten" bleibe hoch, fügte Obemann hinzu. So kehrten der Telekom auch im zweiten Quartal Zehntausende Festnetzkunden den Rücken. Mit 295.000 sei die Zahl aber auf den tiefsten Stand in einem Quartal gesunken.

Verkauf der US-Tochter 2012

Nicht mehr zum fortzuführenden Geschäft gehört die zum Verkauf stehende US-Mobilfunktochter, die erstmals separat ausgewiesen wurde. T-Mobile USA wird nach Einschätzung Obermanns voraussichtlich im nächsten Jahr an den Wettbewerber AT&T verkauft werden. Er rechne fest mit der Zustimmung der US-Kartellbehörden. Im US-Mobilfunkgeschäft verlor die Telekom allein im zweiten Quartal nach eigenen Angaben netto 281.000 Vertragskunden.

Beim Ausbau der schnellen Breitbandanschlüsse in Deutschland will die Telekom unterdessen in diesem Jahr weiter aufs Tempo drücken. Nach dem Abschluss des Glasfaserausbaus in den beiden Pilotstädten Hennigsdorf und Braunschweig sollen bis Jahresfrist zehn weitere Kommunen folgen und so insgesamt 160.000 Haushalte mit den superschnellen Anschlüssen versorgt sein. Im nächsten Jahr sei der Ausbau in zwei Dutzend Städten geplant, sagte Obermann.

(dapd )


 


 

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