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"Schlichtweg falsch"

Ex-Conergy-Chef Rüter weist Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Solarenergiekonzerns Conergy, Hans-Martin Rüter, hat die Vorwürfe der Hamburger Staatsanwaltschaft gegen ihn zurückgewiesen. "Es ist schlichtweg falsch, dass Vorstände oder Aufsichtsräte von falschen Bilanzansätzen gewusst haben sollen", erklärte Rüter am Montag in Hamburg. "Ich habe weder 'manipuliert' noch Einfluss auf die angesprochenen Positionen der Bilanz genommen", betonte der Manager, der bis 2007 das Unternehmen geführt hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche Anklage gegen sechs ehemalige Topmanager des angeschlagenen Solarenergiekonzerns erhoben, weil sie unter anderem mit falschen Firmeninformationen den Kurs der Aktie hochgetrieben haben sollen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft ihnen Insiderhandel, Bilanzfälschung und Marktmanipulation vor, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Manager haben den Ermittlungen zufolge durch falsche Informationen den Kurs der Conergy-Aktie 2006 und 2007 künstlich hoch gehalten und dann eigene Aktien im Wert von 42 Millionen Euro verkauft, wie der Sprecher sagte.

Rüter wies das zurück und erklärte: "Vorstand und Aufsichtsrat haben in dem fraglichen Zeitraum 2006 und 2007 zu keinem Zeitpunkt 'Marktmanipulationen' vorgenommen. Ebenso wurde kein 'Insiderhandel' betrieben. Die fraglichen Aktien-Transaktionen fanden in einem rechtlich abgesicherten Zeitraum statt und wurden ordnungsgemäß publiziert."

Verluste wegen Missmanagement

Der einstige Börsenstar Conergy kämpft seit Jahren mit roten Zahlen. 2007, 2008 und 2009 machte das Unternehmen wegen Missmanagements hohe Verluste.

Die Ermittlungen gehen auf eine Durchsuchungsaktion 2009 zurück: Damals wurden 24 Büros und Wohnungen durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. Anlass für die Ermittlungen waren Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft. Der frühere Vorstandschef und Rüter-Nachfolger Dieter Ammer hatte danach selbst mitgeteilt, dass er zu den Beschuldigten gehört. Er habe nichts von Bilanzfälschungen gewusst, erklärte Ammer damals.

Das Landgericht muss nun über die Zulässigkeit der 151 Seiten umfassenden Anklage entscheiden. Die Staatsanwaltschaft rechnet nicht damit, dass der Prozess noch in diesem Jahr beginnt.

(dapd )


 


 

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