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Hannover

Praetorius Musikpreis Niedersachsen vergeben

Am Samstag wurde im Schauspielhaus Hannover wieder der Praetorius Musikpreis Niedersachsen 2012 verliehen. Das Land vergibt den Musikpreis in seiner heutiger Form seit dem Jahr 2005. Namensgeber ist Michael Praetorius, der ab 1604 in Wolfenbüttel als bedeutender Komponist und führender Musiktheoretiker seiner Zeit wirkte.

Die mit 56.000 Euro dotierten Preise gingen dieses Jahr an acht künstlerische Persönlichkeiten und Institutionen in sechs Kategorien. Die Geehrten präsentierten bei der Gala Ausschnitte aus ihrem vielfältigen Repertoire. Dieses reichte von Klaviermusik der Romantik über einen hochintensiven Grenzgang zwischen Musik und Literatur bis hin zur Weltmusik.

Den mit 10.000 Euro dotierten „Preis für herausragende künstlerische Leistung“ erhielt der in Wilhelmshaven geborene Dirigent Thomas Hengelbrock . Er vereine unkonventionelle Programmgestaltung, interpretatorische Experimentierfreude und innovative Musikvermittlung, so die Jury. Hengelbrock hatte bereits Engagements an der Pariser Oper, dem Opernhaus in London und bei den Wagner Festspielen in Bayreuth. Seit September vergangenen Jahres ist er Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters in Hamburg. Er hat mit Künstlern von Weltrang, wie Cecilia Bartoli und Plácido Domingo, zusammengearbeitet. Auch mit seinem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble hat er sich international einen Namen gemacht.

In der Kategorie „Internationaler Friedensmusikpreis“, ebenfalls dotiert mit 10.000 Euro, wurde der Praetorius Musikpreis Niedersachsen an "Die Dissidenten" verliehen. Das Ensemble gründete sich 1981 in Berlin und sie prägten den Begriff „Worldmusic“ schon lange bevor dieser Europa erreichte. Den Preis erhielten die Dissidenten für ihre Arbeit, die zwischen den unterschiedlichen Kulturen vermittelt. Seit Jahren stehen sie für Völkerverständigung und eine gleichwertige Vermischung musikalischer Stile – so die Jury in ihrer Begründung.

Der Musikinnovationspreis, dotiert mit 8.000 Euro, ging in diesem Jahr an die Violinistin Patricia Kopatchinskaja. Sie studierte Violine und Komposition in Wien und Bern. Ihre moldawische Heimat schlägt sich in einem für sie typischen und ausdrucksstarken neuen Stil nieder: folkloristischen Klang überträgt sie auf europäische Kunstmusik. Kopatchinskaja ist bei Festivals und Konzerten weltweit – so auch bei den Niedersächsischen Musiktagen und den sommerlichen Musiktagen in Hitzacker – sehr gefragt. Sie trat als Solistin mit zahlreichen international führenden Orchestern auf. Sie überzeugt durch ihr innovatives Musikverständnis und durch ihre enorme Kreativität. Unter anderem erhielt sie den "New Talent - SPP Award" der European Broadcasting Union (EBU), den "Förderpreis Deutschlandfunk" und den BBC Music Magazine Award .

Der Komponist Harald Weiss erhielt den mit 8.000 Euro dotierten „Niedersächsischen Kompositionspreis“. Der in Salzgitter geborene Musiker studierte in Hannover an der Musikhochschule und hatte dort auch eine Professur inne. Sein künstlerisches Schaffen ist fortschrittlich und vielseitig. Dazu zählen Werke für Soloinstrumente, kammermusikalische Besetzungen, sowie Opern, Chor- und Orchesterwerke. Sein Wirken als Komponist, Musiker, Regisseur und Drehbuchautor ist durch hohe Individualität geprägt.

Mit Praetorius-Förderpreisen in Höhe von jeweils 5.000 Euro unterstützt das Land Niedersachsen junge Nachwuchstalente in ihrer künstlerischen Entwicklung. Die Jury zeichnete in diesem Jahr die Pianistin Elisabeth Brauß , den Schlagzeuger Simon Etzold und das Jazztrio Tritonüsse mit dem Förderpreis aus. Die jungen Künstler zeigten in nationalen wie internationalen Wettbewerben, beispielsweise bei „Jugend musiziert“, herausragende musikalische Leistungen.

In der Kategorie „Ehrenamtliches Engagement“, ausgestattet mit 5.000 Euro, wurde das Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover unter der Leitung von Professor Bernd Goetzke ausgezeichnet – den Preis nahm Professor Christoph Hempel stellvertretend für den Vorstand des IFF in Empfang. Die seit über zehn Jahren existierende Einrichtung fördert den musikalischen Nachwuchs und ermöglicht eine exzellente Ausbildung für potenzielle Musikstudierende. Diese Arbeit hat schon einigen jungen Talenten eine musikalische Karriere geebnet.

 Ausgewählt wurden die Preisträger von einer unabhängigen Fachjury, die sich aus Experten des Musiklebens, renommierten Musikjournalisten und Künstlern zusammensetzt. Mitglieder sind gewesen: Wilhelm Krull, Markus Fein, Professor Karl-Jürgen Kemmelmeyer, Henning Rümenapp und Claus Spahn.

(Redaktion)


 


 

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