Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Rathaus Bremen

Der Bundesinnenminister lud ein zum gemischten Ost-West-Doppel

Aus Anlass des 20. Jahrestags der Deutschen Einheit diskutierte Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am 12. August im Bremer Rathaus mit Gesprächspartnern aus Rostock und Bremen über die Entwicklung ihrer Städte.

Ein interessanter Aspekt der Veranstaltung in Bremen war durchaus, dass de Maizière die Veranstaltung nicht nur in seiner Funktion als Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer hat stattfinden lassen, sondern auch selbst Ost-West-Erfahrungssammler war und ist. Statt nur - wie so oft - mit einigen BKA-Mitarbeitern und Referenten aus dem Ministerium anzureisen, öffentlichkeitswirksam in Bremen über die Wichtigkeit zwischen Ost und West zu debattieren und dann am nächsten Tag in Berlin allenfalls noch die Presseveröffentlichungen zu zählen, bekam das Ganze mit der Person de Maizières in diesem Fall durchaus eine gewisse Tiefgründigkeit. 

Ost-West auch privat bei de Maizière ein Thema

De Mazière war auch selbst im Wiedervereinigungsprozess politisch höchst aktiv. Nicht zuletzt der Name des Bundesinnenministers zeugt davon: Lothar de Maizière (CDU) war im Jahr 1990 für ein halbes Jahr der erste demokratisch gewählte und zugleich der letzte Ministerpräsident der damaligen DDR. Er ist Cousin des Innenministers,der auch insgesamt aus einer sehr politischen Familie stammt: Der verstorbene Vater Ulrich des Maizière (Generalinspekteur der Bundeswehr) prägte den "Staatsbürger in Uniform" mit. Der Großvater des Bundesinnenministers war wiederum in Niedersachsen aktiv: er war Polizeipräsident in Hannover. Schaut man auf de Maiziéres Stammbaum, so erkennt man eine gewisse Umtriebigkeit der Familienmitglieder. Die Familie selbst stammt aus dem französischen Raum. Zumindest zeitweise.

Nach der Deutschen Einheit zog der heutige Bundesinnenminister denn auch ganz in der Tradition seiner Familie selbst von Westdeutschland nach Ostdeutschland. Die damalige Bundeshauptstadt Bonn tauschte de Maizière gegen das schöne Dresden ein. Und blieb. "Das Beispiel Bremen und Rostock zeigt, dass Ost und West viel voneinander lernen können," konnte der Innenminister am Mittwoch so auch zu Recht behaupten.

Profi-Fußball: Den Ost-Clubs fehlen Sponsoren

Die Gäste Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender von OHB-Technology, und Irmhild Düwel, Leiterin eines großen Rostocker Weiterbildungszentrums, diskutierten am Mittwoch über den Strukturwandel in beiden Städten. Mit Marco Bode und Stefan Beinlich hatte der Bundesinnenminister zugleich zwei ehemalige Bundesliga- und Nationalspieler im Bremer Rathaus zu Gast, die für Hansa Rostock und Werder Bremen Sport-Ikonen waren und sind. Beide Vereine sind seit langem wichtige Aushängeschilder für ihre Städte. Allerdings verlief die Entwicklung bei Werder Bremen erfreulicher: während die Bremer sich als Spitzenclub in der Bundesliga behaupten konnten, stieg Hansa Rostock 2010 in die dritte Liga ab.

"Es ist eine traurige Tatsache, dass es keine ostdeutsche Mannschaft in der ersten Bundesliga gibt," sagte de Maizière. Der derzeitige Zustand des ostdeutschen Profifußballs sei in erster Linie fehlenden Sponsoren geschuldet. Der Minister appellierte daher an die Wirtschaft, ihr Engagement im Sport nicht nur auf einzelne Regionen zu beschränken und ostdeutsche Vereine stärker zu unterstützen.

De Mazière: Übergreifende Herausforderungen

"20 Jahre nach der Wiedervereinigung treten an die Stelle spezifisch ost- und westdeutscher Aufgaben zunehmend übergreifende Herausforderungen. Diese Gemeinsamkeiten müssen mehr in den Blick gerückt werden, anstatt über Trennendes zu lamentieren. Nur so kann eine Ost-West-Debatte fruchtbar sein.", so de Maizière abschließend. Diese Herausforderung können dann sogleich die Referenten des Ministers in Berlin annehmen und vom beschaulichen Bonn lernen: das Thema Rostock-Lichtenhagen bei dem die Aufbauhelfer der Bremer Polizei 1992 in der Partnerstadt Rostock eine schwierige Zeit zu meistern hatten, wäre sicher auch ein paar Sätze wert gewesen. Der Tiefgründigkeit halber und in guter alter bundesdeutscher Hauptstadttradition.

Die öffentliche Veranstaltungsreihe "Das gemischte Doppel – Ost und West im Dialog" findet anlässlich des 20. Jahrestags der Deutschen Einheit statt. Der Bundesinnenminister sucht dabei mit Bürgerinnen und Bürgern aus insgesamt vier Ost-West-Städtepaaren das Gespräch, deren Heimatorte seit 1990 keinen einheitlichen, aber doch einen ähnlichen Weg gegangen sind. Die weiteren Veranstaltungen finden am 24. August in Frankfurt am Main (zum Thema Wirtschaft mit der Partnerstadt Leipzig) und am 17. September in Dresden (zum Thema Kultur mit der Partnerstadt Hamburg) statt.

(Onur Yamac)


 


 

Bundesinnenminister
Thomas de Maizière
Bundesregierung
Ost
Werder
Hansa Rostock
Bremen
West
Rathaus
Bonn
Dresden

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Bundesinnenminister" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: