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Universität Oldenburg

Herrenanzug steht im Mittelpunkt von Symposium

Der Herrenanzug: Kein anderes Kleidungsstück weist eine längere modische Kontinuität auf als die schneiderische Meisterleistung des 18. Jahrhunderts. Während die Frauenmode von Saison zu Saison wechselt, ist der Herrenanzug beständig und von Modetrends weitgehend unberührt. In dem Symposium "Evidenz und Ambivalenz des Herrenanzugs", das vom heutigen 7. bis 9. Mai an der Universität Oldenburg stattfindet, nehmen Kulturwissenschaftler den Herrenanzug genauer ins Visier.

Männer in Führungspositionen tragen Anzüge, Frauen haben heute die Wahl zwischen Kostüm und Hosenanzug. Eine Qual der Wahl: Sollen sie Frau sein oder Führungsqualität betonen? Und was sagt das über Geschlechter und ihre Rolle in Arbeitsleben, Politik und Gesellschaft aus? Der Herrenanzug ist das Paradebeispiel, wie Moderne, Männlichkeit und Macht miteinander verschränkt werden, so dass sie scheinbar natürlich evident werden.

Symposium soll Forschungslücken schließen

Seit einigen Jahrzehnten wird die Bedeutung des Herrenanzugs in unterschiedlichen Kontexten aufgegriffen: Die Aneignungen des Anzugs durch Dandys als Künstleruniform, in den 1920ern durch Frauen und in den 1970ern durch Managerinnen und Politikerinnen, sowie durch Lesben, Drag Kings und Transmännern, in Jugendkulturen und in anderen Kontexten sind bisher kaum systematisch untersucht worden. Diese Forschungslücke soll nun das an der Universität Oldenburg veranstaltete Symposium schließen.

Verschiedenste Fragestellungen rund um den schicken Stoff

So untersuchen die Oldenburger Kunst- und Kulturwissenschaftlerinnen Prof. Dr. Silke Wenk und Prof. Dr. Karen Ellwanger, die das Symposium leiten, den Zusammenhang von Herrenanzug und sozialer Einordnung der Anzugträger. Der Kostüm- und Bühnenbildner Dr. Thomas Oláh (Universität für angewandte Kunst Wien) geht wiederum den ästhetischen Strategien militärischer und ziviler Moden nach. Und die Kulturwissenschaftlerin Dr. Charlotte Giese (Berlin) erörtert die Frage "Ist der Business-Anzug ein Auslaufmodell?"

Förderung durch die Gerda-Henkel-Stiftung

Das Symposium, das im Rahmen der "Stadt der Wissenschaft" stattfindet und von der Gerda-Henkel-Stiftung sowie der Universitätsgesellschaft Oldenburg gefördert wird, bringt DoktorandInnen und PostdoktorandInnen aus deutschsprachigen Universitäten zusammen. Sie haben die Möglichkeit ihre Forschungsansätze und -ergebnisse mit Experten zu diskutieren. Abgerundet wird das Symposium durch eine Ausstellung und zwei öffentliche Vorträge.

Auch Veranstaltungen für die interessierte Öffentlichkeit

Folgende Angebote sind für die interessierte Öffentlichkeit im Rahmen des Symposiums ohne Anmeldung zugänglich (Eintritt frei):

  • Kunstausstellung "Herrenanzug - Ansichten" Donnerstag, 7. Mai, 20:00 Uhr, Universität Oldenburg (Campus Haarentor, Gebäude A2 Raum 3-321)
  • Vortrag "Männliche Uniformität: Eine ästhetische Strategie der zwanziger Jahre?" mit Prof. Dr. Gabriele Mentges (Technische Universität Dortmund) Freitag, 8. Mai, 20:00 Uhr, Universität Oldenburg (Campus Haarentor, Gebäude A2 Raum 3-321)

(Redaktion)


 


 

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