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Hersteller unbeeindruckt von Krise

Markenartikler wollen Macht des Handels brechen

Die deutschen Markenunternehmen sagen den großen Handelskonzernen den Kampf an. Weil das Geschäft vieler Hersteller von wenigen Händlern abhängig sei, müsse die Macht der Ketten vom Gesetzgeber gebrochen werden, forderte der Hauptgeschäftsführer des Markenverbands, Christian Köhler, am Donnerstag in Berlin.

Von Stephan Radomsky

Sein Verband kämpfe daher bei der anstehenden Überarbeitung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) für ein wirksames Verbot von Angeboten, bei denen Waren unter dem Beschaffungspreis über die Ladentheken gehen. "Ein Verkauf unter Einstandspreis ist ein Verramschen von Arbeits- und Unternehmensleistungen", kritisierte Köhler. Zudem sollten etwa Fusionen von Handelsketten schärfer kontrolliert werden.

Im Lebensmittelbereich sorgen Köhler zufolge die vier größten Ketten in Deutschland für etwa 80 Prozent der Umsätze bei den Herstellern. Diese Abhängigkeit bereite dem Verband "große Sorgen", weil es die Erfolgsfähigkeit in der Zukunft bedrohe, wenn etwa steigende Rohstoffkosten nicht weitergegeben werden könnten.

Umsätze auch in der Wirtschaftskrise gestiegen

Für die vergangenen Jahre zeichnete Köhler dagegen ein positives Bild. So seien allein die Umsätze des verarbeitenden Gewerbes, also der klassischen Markenartikler, zwischen 2007 und 2010 - und damit in der Zeit der jüngsten Weltwirtschaftskrise - um 4,7 Prozent auf 457 Milliarden Euro gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am selben Tag vorgestellte Studie der Unternehmensberatung McKinsey im Auftrag des Markenverbands.

Die Krise habe mehr als drei Viertel der Verbandsmitglieder nach eigenen Angaben nicht oder kaum betroffen, hieß es. Jeweils mehr als 90 Prozent hätten in einer Umfrage zudem angegeben, die Preise und die Investitionen in die Produktentwicklung nicht oder kaum gesenkt zu haben. Der Markenverband vertritt nach eigenen Angaben mehr als 380 deutsche und internationale Unternehmen verschiedener Branchen.

Insgesamt erlösten die Markenunternehmen aller Branchen der Studie zufolge im vergangenen Jahr 894 Milliarden Euro. Für 2011 rechne er erneut mit einem "deutlichen Wachstum", sagte Köhler. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht.

(dapd )


 


 

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