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Erste Sorten schon reif

Bäume proppenvoll mit Äpfeln - Sehr gute Ernte in Hessen erwartet

Wer einen Apfelbaum im Garten hat, staunt derzeit nicht schlecht: Die Äste hängen über und über voll mit Äpfeln. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt eine Frankfurterin. Es seien mindestens doppelt so viele Äpfel wie sonst. Auf den Streuobstwiesen fallen die ersten Exemplare schon von den Bäumen - und auch die Erwerbsbauern beginnen bereits mit der Ernte der ersten Sorten. Doch für das Keltern von Apfelwein und Most ist es noch etwas zu früh.

Von Kathrin Hedtke

Der warme Frühling und der verregnete Sommer haben in Hessen für ideale Bedingungen gesorgt. "Es wird ein sehr gutes Apfeljahr", sagt der Sprecher des hessischen Naturschutzbunds (Nabu), Berthold Langenhorst. Zur Blütezeit der Apfelbäume im Frühjahr sei sehr gutes Wetter gewesen. Es habe zu der Zeit wenig geregnet, viele Insekten hätten für eine reiche Bestäubung gesorgt. Und der Regen im Sommer habe dazu geführt, dass der Boden nicht austrocknet und die Streuobstbäume viele Äpfel tragen könnten. In Mittelhessen hingen die Äste proppenvoll. "Einige Bäume brechen schon", sagt Langenhorst. Das könne ab Mitte Oktober zu einem Problem werden.

Großteil landet in Keltereien

Auch der Landessprecher des hessischen Pomologenvereins (Obstbaukunde), Werner Nussbaum, rechnet mit einer extrem guten Ernte. Frühsorten wie der Klarapfel oder der Gravensteiner seien schon reif, "drei Wochen früher als sonst". Nach der schlechten Streuobsternte im Vorjahr erwartet der Apfelexperte diesmal bis zu 200 Prozent mehr Ertrag. Der Großteil des Streuobst wird seinen Angaben zufolge zu Apfelwein oder Most verarbeitet, die wenigsten Früchte werden pur verzehrt.

Das Problem sei, dass die meisten Leute die Streuobstwiesen von ihren Großeltern geerbt hätten und die Apfelsorten nicht mehr kennen, sagt Nussbaum. Deshalb sei ihnen die Reifezeit nicht bekannt und sie wüssten nicht, wann der Apfel richtig schmecke. Einige Sorten müssten zum Beispiel eingelagert werden.

Die Keltereien in Hessen nehmen in der Regel Mitte September ihren Betrieb auf. Die ersten reifen Äpfel sind für die Herstellung von Apfelwein auch noch nicht richtig geeignet. "Die Frühsorten wollen die Keltereien noch nicht haben", sagt der Vereinssprecher. Je länger die Äpfel hingen, desto höher sei ihr Zuckergehalt. Zudem sei der Saftgehalt bei den späteren Sorten höher.

Regionale Unterschiede

Auch die Sprecherin des Verbands der hessischen Apfelwein- und Fruchtsaftkeltereien, Sonja Slezacek, sagt: "Nur wer sich richtig auskennt, weiß, welche Sorten schon geerntet werden können." Sie empfiehlt, die Früchte erst ab Ende August zur Kelterei zu bringen. Richtig los gehe die Saison ab Anfang September. Im Vorjahr wurden den Angaben zufolge in Hessen 36 Millionen Liter Apfelwein und 19 Millionen Liter Apfelsaft abgesetzt. Erst einmal werde alles Obst verwertet, das in Hessen wachse. Nur in sehr schlechten Apfeljahren komme es vor, dass Früchte aus Baden-Württemberg dazu gekauft würden.

So weit wird es in diesem Jahr sicher nicht kommen. Der Vorsitzende des hessischen Landesverbands für Erwerbsobstbau, Berthold Heil, berichtet jedoch von regionalen Unterschieden. Während in manchen Betrieben die Bäume so voll hingen wie noch nie, hätten anderswo Hagel und Frost die Ernte etwas getrübt. Dennoch rechnet der Verbandschef insgesamt mit einem besseren Ertrag als im Vorjahr. Derzeit werde der Elstar gepflückt, es folgten Gala und Cox. "Wir können bis jetzt zufrieden sein", sagte Heil.

(dapd )


 


 

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