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Arbeitsmarkt

Hickel sieht Spaltung in feste und unsichere Arbeitsplätze

Der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel hat vor Euphorie angesichts der guten Arbeitsmarktzahlen gewarnt. Die Statistiken zeigten nur die "halbe Wahrheit", sagte der Bremer Ökonom am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd.

Zwar würden im Aufschwung mehr Beschäftigte gebraucht. Doch sei der Arbeitsmarkt gespalten. Knapp die Hälfte der neuen Beschäftigungsverhältnisse seit dem vergangenen Jahr sei unsicher: Sie bestünden aus befristeten Verträgen, Zeitarbeit und Leiharbeit sowie aus Minijobs.

Hickel verlangte angesichts der Arbeitnehmer-Freizügigkeit für Osteuropäer zum 1. Mai Mindestlöhne in mehr Branchen. Dabei sei es egal, ob dies tarifvertraglich oder gesetzlich geschehe. Der Arbeitsmarkt werde einen "Schock" erleiden. Um eine enorme Ausweitung von "Dumping-Löhnen" zu vermeiden, müsse er stärker reguliert werden. Auch müsse die Leiharbeit eingeschränkt werden.

Ökonom verweist auf Bremer Daimler-Werk

Es scheine so, als trauten die Unternehmer dem Aufschwung nicht recht, fügte Hickel an. Denn sonst würden sie in der Produktion alle neuen Leute dauerhaft einstellen. Im Daimler-Werk in Bremen seien zum Beispiel alle neuen Jobs befristet. Die atypischen und prekären Arbeitsverhältnisse hätten zugenommen, weil sie durch die Hartz-Gesetze erleichtert worden seien.

Immer mehr Arbeitsplätze würden auch zerlegt in mehrere 400-Euro-Jobs. Dies sei vor allem in der Gastronomie der Fall. Außerdem hätten die "Armutslöhne" zugenommen. Rund 6,5 Millionen Menschen arbeiteten für Löhne bis zu rund 900 Euro im Monat, ergänzte Hickel.

(dapd )


 


 

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