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"Perspektiven eingetrübt"

Bundesbank warnt vor neuen Risiken für Banken - Kritik an ETF & Hochfrequenzhandel

Die Bundesbank warnt vor neuen Risiken für die deutschen Geldhäuser aufgrund der Staatsschuldenkrise. Bei der Vorlage des Finanzstabilitätsberichts sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger am Donnerstag in Frankfurt am Main, die "zahlreichen erfreulichen Entwicklungen im deutschen Bankensystem" dürften "nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Perspektiven eingetrübt haben".

Die deutschen Banken zeichneten sich zwar inzwischen durch eine bessere Eigenkapitalausstattung als vor der Finanzmarktkrise aus, heißt es in dem Bericht. Dennoch bestünden weiterhin Gefahren unter anderem durch anhaltend niedrige Zinsen und hohe globale Liquidität, die zu neuen Übertreibungen führen könnten.

Die Risiken für die Finanzstabilität hätten deutlich zugenommen, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret. Zwar seien die Belastungen durch Griechenland, Irland und Portugal für den Finanzsektor beherrschbar. Italien und Spanien bedeuteten aber andere Größenordnungen. Zudem seien auch die Altlasten der Banken aus Gewerbeimmobilien und strukturierten Wertpapieren noch nicht vollständig verarbeitet seien.

Die Bundesbank kritisiert zudem, dass die Finanzmärkte "von einem erheblichen Grad an Gleichlauf" geprägt seien, der negative Entwicklungen noch verstärke. Dazu zähle die wachsende Bedeutung von passiven Investmentstrategien. Dombret verlangte vor allem mehr Transparenz bei den inzwischen in Mode gekommenen und teilweise kompliziert konstruierten börsengehandelten Fonds (ETF) sowie beim Hochfrequenzhandel.

Nur 5,2 Milliarden Euro Kapitalbedarf

Die Bestandsaufnahme des deutschen Finanzsystems fällt in dem Finanzstabilitätsbericht 2011 positiv aus. Die deutschen Banken zeichneten sich demnach inzwischen durch eine höhere und bessere Eigenkapitalausstattung aus, heißt es in dem Bericht. Zwischen Frühjahr 2008 und Sommer 2011 hat sich für eine Gruppe von 13 großen, international tätigen deutschen Banken die Kernkapitalquote nach den derzeit gültigen Basel-II-Regelungen von 8,1 Prozent auf 13,1 Prozent erhöht.

Lautenschläger und Dombret betonten die Bedeutung der Bemühungen, verlorenes Vertrauen in die Geldinstitute wieder herzustellen. Dem diene die auf europäischer Ebene angestoßene Kapitalisierung der großen Banken. Nach vorläufigen Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht zum Stand Juni liege der Kapitalbedarf der Kreditinstitute in Europa bei 106,4 Milliarden Euro, in Deutschland aber nur bei 5,2 Milliarden Euro. Allerdings dürfte sich dieser Kapitalbedarf nach den Zahlen des dritten Quartals noch erhöhen, sagte Lautenschläger.

(dapd )


 


 

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