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Neuer Hochtief-Chef Frank Stieler

"Ich würde mich freuen, wenn ich mal zu Real Madrid eingeladen würde"

Der neue Hochtief-Chef Frank Stieler hat kein leichtes Erbe angetreten. Als Nachfolger von Herbert Lütkestratkötter, der Symbolfigur in der vergeblichen Abwehrschlacht gegen den neuen spanischen Mehrheitseigentümer ACS, muss er die geschlagenen Wunden heilen und helfen, den Blick der Konzernmitarbeiter wieder nach vorne zu richten.

 Von Erich Reimann

Während viele Mitarbeiter noch immer mit dem gelungenen Übernahmecoup des ACS-Chefs und Real-Madrid-Präsidenten Florentino Perez hadern, hat der 52-jährige Stieler keine Berührungsängste gegenüber dem Spanier. "Ich würde mich freuen, wenn ich mal zu Real Madrid eingeladen würde", sagt der bekennende Sportfan. "Da war ich noch nicht." Aber natürlich habe er Perez schon außerhalb des Stadions getroffen, fügt er noch hinzu.

Wie sein Vorgänger Lütkestratkötter ist auch Stieler sportlich. Drei bis viermal in der Woche läuft er zehn Kilometer. Oft ist er schon morgens um kurz vor 6.00 Uhr am Düsseldorfer Rheinufer beim Joggen anzutreffen. "Laufen, Fahrradfahren, Schwimmen, Reiten. Es macht mir einfach Spaß, mich im Freien körperlich zu betätigen", sagt er selbst.

"Da steckt viel Musik für Hochtief drin"

Doch noch wichtiger als der Sport ist dem Manager die Familie: seine Frau und die fünf Kinder im Alter zwischen 13 und 25 Jahren. Das Familienleben spielt sich allerdings nicht in Essen oder Düsseldorf ab, sondern im Raum Frankfurt, obwohl Stieler jetzt schon seit rund zehn Jahren an der Ruhr arbeitet. "Wir haben damals beschlossen, wir verpflanzen die Familie nicht", meint er. Stattdessen pendelt der Vater.

Der Manager ist erst vor gut zwei Jahren von Siemens zu Hochtief gewechselt. Zunächst war er in Essen als Vorstandsmitglied für das Baugeschäft in Europa verantwortlich, seit zwei Monaten steht er jetzt an der Spitze des Konzerns. Die vergleichsweise kurze Zeit bei dem Bauriesen mag zum Teil erklären, warum er mit der neuen Entwicklung weniger Probleme hat als manch traditionsbewusster Hochtief-Beschäftigter.

Stieler, der schon bei seiner Ernennung die Rückendeckung der Spanier hatte, ist bemüht, den Mitarbeitern die Ängste vor der neuen Situation zu nehmen. In den vergangenen Wochen warb er in zahlreichen Gesprächen immer wieder um das Vertrauen der Beschäftigten. "Führen geht nur, wenn sie mit Menschen reden, und das fängt mit Zuhören an", sagt er selbst über seinen Führungsstil.

Er sieht derzeit viele Chancen für den Essener Baukonzern - nicht zuletzt durch die Energiewende in Deutschland: "Da steckt viel Musik für Hochtief drin - vom Bau von Hochspannungsleitungen, über die Wartung von Offshore-Windanlagen bis zum Rückbau von Kernkraftwerken", sagt er.

(dapd )


 


 

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