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Elektronikfabriken zerstört

Hochwasser in Thailand kostet Munich Re 500 Millionen Euro - Gewinnziel bleibt

Weitere Hiobsbotschaft für die Münchener Rückversicherung: Die Überschwemmungen in Thailand kosten Munich Re eine halbe Milliarde Euro. Trotz der Rekordbelastung durch Naturkatastrophen und der Turbulenzen an den Finanzmärkten will der Weltmarktführer dieses Jahr aber noch mit einem Gewinn abschließen. Die Börse reagierte am Donnerstag erleichtert, der Aktienkurs stieg.

Von Roland Losch

In Thailand hatte das von ungewöhnlich starken Regenfällen verursachte Hochwasser im Oktober und November 600 Menschen das Leben gekostet. Hunderttausende Häuser und die Industriegebiete in Bangkok und im Norden, wo viele japanische Elektronik- und Autokonzerne mit ihren Zulieferern angesiedelt sind, wurden unter Wasser gesetzt.

"So war beispielsweise die Fertigung von rund 25 Prozent der weltweit benötigten Komponenten für Computer-Festplatten in Thailand direkt von dem Hochwasser beeinträchtigt", erklärte die Munich Re. Neben der Zerstörung teurer Produktionsanlagen muss die Versicherung auch für die Betriebsunterbrechungen geradestehen. "Die Schadenbelastung für Munich Re liegt voraussichtlich in der Größenordnung von rund 500 Millionen Euro netto und vor Steuern", erklärte das Unternehmen.

Nachdem der zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re seine Schadenslast bereits zuvor mit 600 Millionen Dollar beziffert hatte, lagen die Schäden der Munich Re im Rahmen der Erwartungen - die Nachricht wurde sogar "fast mit einer kleinen Erleichterung" aufgenommen, wie Werner Schirmer von der Landesbank Baden-Württemberg sagte.

Der Aktie half auch, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC bei der Munich-Re-Erstversicherungstochter Ergo keine Anzeichen für ein systematisches Fehlverhalten im Bereich der betrieblichen Altersversorgung fand.

Mehr Schäden als im Hurrikan-"Katrina"-Jahr 2005

Mit Tsunami, Erdbeben und Überschwemmungen in Japan, Australien und Neuseeland zu Jahresbeginn summieren sich die Schadenskosten der Naturkatastrophen für die Munich Re in diesem Jahr bereits auf 4,1 Milliarden Euro - weit mehr als 2005 nach dem Hurrikan "Katrina" in New Orleans.

Nach Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und Aktien blieb dem Versicherer nach neun Monaten ein Gewinn von lediglich 80 Millionen Euro. Trotzdem rechnet er weiterhin mit einem positiven Jahresergebnis. "Es gibt keinen Grund, uns von dem Ziel zu verabschieden", sagte ein Sprecher.

Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek forderte mehr Vorbeugung von Unternehmen und Staaten: "Thailand ist ein Weckruf. In Schwellenländern mit wachsender Bedeutung für die internationale arbeitsteilige Wirtschaft muss die Vorsorge für und die Anpassung an solche Naturgefahren verbessert werden, um Schäden zu begrenzen", mahnte er.

(dapd )


 


 

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