Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Treffen der Werft-Chefs

Hunderte Werftarbeiter demonstrierten in Bremerhaven

Rund 400 Beschäftigte von Werften und Zulieferern aus Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden haben in Bremerhaven für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Anlass war das Leadership-Treffen, zu dem die Chefs der großen europäischen Werften, die europäischen Wirtschaftsminister und der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) mit EU-Industriekommissar Günter Verheugen zusammengekommen waren.

Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, kritisierte bei der Kundgebung, dass Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dem Treffen ferngeblieben ist: "Herr zu Guttenberg und auch die Maritime Koordinatorin der Bundesregierung, Dagmar Wöhrl, haben offenbar kein Interesse an der Situation der Beschäftigten im Schiffbau. Auf der Maritimen Konferenz im März in Rostock waren von ihnen noch vollmundige Versprechungen zu hören, jetzt lassen sie sich nicht einmal mehr bei einem so wichtigen Treffen auf europäischer Ebene blicken", so die empörte Gewerkschafterin.

Nordseewerke: Gewerkschafter werden Verkauf nicht zustimmen

Blankau forderte von den Unternehmen, auf Entlassungen und die Schließung von einzelnen Standorten zu verzichten. "Wir werden um jeden Arbeitsplatz auf den Werften und bei den Zulieferern kämpfen", bekräftigte die Gewerkschafterin. Das gelte auch für den Thyssen-Krupp-Konzern, der gerade den Verkauf der Nordseewerke Emden an einen Windkraftanlagenhersteller angekündigt hat. Dem Aus für den zivilen und militärischen Schiffbau in Emden werde im Aufsichtsrat kein Arbeitnehmervertreter zustimmen, so die IG Metall-Chefin. Allerdings ist der Einfluss der Arbeitnehmervertreter in dem Gremium begrenzt und wird den Verkauf an die SIAG Schaaf Industrie kaum verhindern können.

Kommt das Förderprogramm für "Green Ships"?

Der Generalsekretär des Europäischen Metallarbeiterbundes (EMB), Peter Scherer, forderte ein koordiniertes Vorgehen, um den Schiffbau in Europa zu retten. "Industrie und Politik müssen ihren Worten Taten folgen lassen. Wir brauchen eine Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation, um den Schiffbau und die Schifffahrt umweltgerechter zu gestalten." Denkbar sei etwa ein Förderprogramm zur Abwrackung oder Umrüstung alter und umweltschädlicher Schiffe, sagte der Gewerkschafter. EU-Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) hatte seinerseits bereits Staatshilfen ins Gespräch gebracht, wenn auch nicht versprochen. Er regte ein staatliches Förderprogramm für besonders effiziente und umweltfreundliche Schiffe, sog. "Green Ships", an. Dies käme - sollte es denn beschlossen werden - den Vorstellungen des EMB-Gewerkschafters entgegen.

Werftarbeiter demonstrieren

An den Aktionstagen der IG Metall Küste am Donnerstag beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben insgesamt mehr als 6.500 Beschäftigte von Werften und Zulieferern. Proteste gab es an 13 u.a. von der Krise betroffenen Werftstandorten in Niedersachen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

(Redaktion)


 


 

Green Ships
Konferenz
Bremerhaven
Wirtschaftsminister
Nordseewerke
Thyssen-Krupp Leadership
Chefs
europäische Werften
Gewerkschaften

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Green Ships" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: