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Kampagne des Handwerks

Einstürzende Neubauten sollen für den Nachwuchs werben

Am Samstag um 20:14 Uhr war es soweit: da fielen zunächst Tapeten von den Wänden und es stürzten auf Deutschlands Mattscheiben ganze Städte in sich zusammen. Menschen fanden sich in der Steinzeit wieder. Mit der neuen Imagekampagne will das Handwerk insbesondere potenziellen Nachwuchs für die Berufe von Elektroinstallateur bis Tapezierer gewinnen.

Der an sich sehr positive Ansatz der Kreativen der Berliner Agentur Scholz & Friends, mit dem Spot die vielfältigen Leistungen des heimischen Handwerks herauszustellen, wurde leider von der tragischen Erdbebenkatastrophe auf Haiti überschattet. Ein unglücklicher Zufall für die Macher. Womöglich hat man den Spot deshalb erst gar nicht auf der Videoplattform Youtube eingestellt. Nichtsdestotrotz bringt der Fernsehspot auf den Punkt, dass ohne das Handwerk nichts mehr ginge - schließlich steckt überall ein wenig mit drin.

Mission: Nachwuchssorgen

Vor wenigen Tagen wurde die Kampagne auch offiziell in Oldenburg vorgestellt. Das deutsche Handwerk will sich mit ihr in den nächsten Jahren gegenüber der Öffentlichkeit und vor allem gegenüber Jugendlichen als moderne und vielfältige Berufslandschaft präsentieren. Es ist sozusagen eine "Mission: Nachwuchssorgen", die man sich beim Handwerk nett verpackt auf die Fahnen geschrieben hat. Daher womöglich auch der Kampagnentitel "Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht von nebenan." - schließlich soll der aufgrund des demografischen Wandels rarer werdende Nachwuchs nicht zuerst bei größeren Betrieben anklopfen, sondern auch den Handwerksbetrieb von nebenan mit in die Berufsplanung einbeziehen. Die Betriebe bieten schließlich vielfältige Chancen. Auch in Punkto Aufstieg.

Um die Kampagne insbesondere auch für junge Menschen interessant zu machen, hat man auch einen "tanzenden Neandertaler" mit auf die Kampagnen-Webseite eingebunden. Der tanzt zwar landschaftlich erwiesenermaßen nicht im Neandertal (der Autor dieser Zeilen hat einige Jahre unmittelbar in der Nähe gewohnt), ist für junge Menschen aber sicherlich ein nettes Gimmick. 

Kampagne läuft bis 2014

Im Zuge des Ganzen startete am Samstagabend mit dem bereits eingangs genannten TV-Spot bundesweit die  längerfristig angelegte Imagekampagne, die bis 2014 laufen soll und rund 50 Millionen Euro kosten wird. Nach Aussage des Präsidenten der Handwerkskammer Oldenburg, Wilfried Müller, wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur Scholz & Friends eine umfassende Media-Strategie entwickelt, um das Handwerk in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit neu zu positionieren.

In Kino- und Fernsehspots, mit Anzeigen, Plakaten, Messeauftritten, Informationen an Schulen sowie im Internet will man eigenen Angaben zufolge vermitteln, wie facettenreich das Handwerk mit seinen rund 887.000 Betrieben ist. In den nächsten Wochen sollen zudem an alle Handwerksbetriebe in Deutschland Werbemittelpakete verschickt werden.

(Onur Yamac)


 


 

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2 Kommentare

von Petra Halwas
19.01.10 12:42 Uhr
Schlechter Zeitpunkt/ Handwerk-Spot

Was für ein schlechter Zeitpunkt, um mit diesem Spot für das Handwerk zu werben: ich dachte im ersten Moment es geht um einen Spendenaufruf für Haiti. Sehr lustig: Einstürzende Bauten, eines sieht aus wie der total beschädigte Präsidentenpalast.

Wie kann Profis so ein Faux-Pas passieren ?
Etwas ratlos grüßt Sie
Petra Halwas

von Petra Schmieder
19.01.10 19:51 Uhr
Zeitpunkt seit Monaten geplant

Liebe Frau Halwas,

in diesen Tagen sind nicht nur Sie ratlos! Der Start des Spots war seit Monaten für diesen Zeitpunkt gebucht, die (äußerst aufwendige) Produktion des Film dauerte mehrere Wochen - beides stand nie im Zusammenhang mit dem schrecklichen Erdbeben in Haiti. Weitere Maßnahmen - Plakate, usw. - die in den kommenden Tagen und Wochen veröffentlicht werden, bauen teils auf den Film auf. Hier haben also nicht Profis ein Faux-Pas begangen, sondern hier hat das Schicksal dieser fürchterlichen Erdbeben-Katastrophe der Planung von langer Hand einen fatalen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die Handwerksorganisation hat sich heute dazu entschieden, den Film bis auf weiteres nicht im Fernsehen und im Kino auszustrahlen.
Es ist sehr schade, denn mit dem Film sollte eigentlich auf fröhliche, einprägsame Weise die vielfältige Leistung des Handwerks gezeigt werden.

Eine solche Katastrophe konnte niemand ahnen!
Es grüßt Sie, Petra Schmieder

 

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